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24.11.2007
 

Nordirland

Quallen töten angeblich 140.000 Lachse

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage hat ein großer Schwarm Leuchtquallen eine Lachsfarm zerstört - und immensen Schaden angerichtet. Nordirlands einziger Lachszüchter fürchtet jetzt um seine wirtschaftliche Existenz.

Belfast - Vor wenigen Tagen wurde eine Lachsfarm in Nordirland durch Leuchtquallen zerstört. Dieses Mal hätten die Quallen das Aufzuchtbecken der einjährigen Fische überfallen, sagte der Verwalter der Farm Adrian Morrow. Dabei seien 140.000 Tiere getötet worden. Den Schaden schätzte er auf umgerechnet rund 700.000 Euro.

Leuchtqualle Pelagia noctiluca: Stark nesselndes Gift
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DPA / Oceana / Carlos Suarez

Leuchtqualle Pelagia noctiluca: Stark nesselndes Gift

Es ist der zweite derartige Vorfall innerhalb weniger Tage. Ulrich Sommer vom IFM-Geomar in Kiel hält die Ereignisse für denkbar. "Die Quallen sind stark nesselnd, das Gift kann Fische töten." Allerdings handelte es sich um einen Unfall und nicht um einen Angriff. "Die Quallen schwimmen mit der Strömung und ernähren sich von Plankton und Kleingetier, nicht von Fischen." Sie seien daher in die Lachskäfige getrieben worden und nicht zielstrebig darauf zugeschwommen.

Die Lachsaufzucht liegt im Norden von Belfast unweit der Farm, die vergangene Woche durch den Angriff von Millionen von Quallen zerstört worden war. Bei dem siebenstündigen Vorfall kamen 100.000 erwachsene Lachse im Wert von einer Million Pfund (1,4 Millionen Euro) um.

Laut Morrow verfügt das Unternehmen jetzt nur noch über zwei Aufzuchten. Sollte es sich überhaupt noch von dem Verlust erholen, werde es mindestens zwei Jahre benötigen, um wieder auf seinen alten Bestand zu kommen.

Das Unternehmen Northern Salmon betreibt eine rein biologische Aufzucht. Seine Lachse werden an Restaurants in aller Welt verkauft. Von Northern Salmon stammte auch der Fisch, der Königin Elizabeth zum 80. Geburtstag kredenzt wurde.

Bisher waren die Leuchtquallen eher als Plage für die Touristenstrände des Mittelmeers in Erscheinung getreten. Ihr massenhaftes Auftreten so weit im Norden in britischen und irischen Gewässern wird von Wissenschaftlern mit der Klimaerwärmung erklärt.

jul/AFP

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