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27.11.2007
 

Resistente Nager

Gen bewahrt Mäuse vor Krebs

Ein einzelnes Gen hat bei Mäusen eine erstaunliche Wirkung: Ist es im großen Stil aktiv, bekommen die Nager keinen Krebs - selbst wenn sie aggressiven Substanzen ausgesetzt sind.

"Mice tell lies", betonen unter Mediziner und Biologen gern - Mäuse lügen. Gemeint ist damit die Tatsache, dass die Ergebnisse von Labormaus-Experimenten oft nur eingeschränkt und zuweilen auch gar nicht auf den Menschen übertragbar sind.

Labormaus: Par-4-Gen macht die Nager krebsresistent
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AP

Labormaus: Par-4-Gen macht die Nager krebsresistent

Bei einer Entdeckung, die US-Forscher jetzt melden, wäre es jedoch äußerst wünschenswert, das für Maus und Mensch das Gleiche gilt. Ein Team um Vivek Rangnekar von der University of Kentucky hat bei Mäusen ein Gen aktiviert, das zum Absterben von Krebszellen führt, ohne gesunde Zellen zu schädigen. Die Mäuse mit dem aktivierten Gen namens Par-4 blieben selbst unter dem Einfluss stark krebserregender Substanzen gesund und zeigten auch sonst eine normale Entwicklung, schreiben die Forscher im Fachblatt "Cancer Research".

Par-4 ist normalerweise vor allem im Prostatagewebe aktiv und steuert die Herstellung eines Proteins, das bei Krebszellen den programmierten Zelltod auslöst, nicht jedoch bei gesunden Zellen. "Wir haben Par-4 in der Prostata entdeckt, aber es ist nicht auf die Prostata begrenzt", sagte Rangnekar. "Das Gen ist in jedem Zelltyp aktiv, den wir untersucht haben, und es führt zum Tod einer breiten Spanne von Krebszellen."

Die Wissenschaftler veränderten die Eizellen von Mäusen gentechnisch so, dass bei den daraus heranwachsenden Tieren das Par-4-Gen in nahezu allen Zellen des Körpers aktiv war. Bei der Behandlung mit krebserregenden Substanzen hätten sich bei den Tieren keine Tumoren entwickelt. Die transgenen Mäuse waren dem Bericht zufolge gesund und lebten mindestens ebenso lange wie Mäuse einer Vergleichsgruppe, mitunter sogar einige Monate länger - ein Zeichen dafür, dass die Erbgut-Manipulation keine giftigen Nebenwirkungen hat.

Hoffnungen für Therapie beim Menschen

Eine Therapie beim Menschen mit dem Par-4-Gen sei etwa mittels einer Knochenmarkstransplantation denkbar, so die Forscher. Sollte sich eine solche Behandlungsmethode entwickeln lassen, hätten Mediziner ein geradezu ideales Mittel in der Hand, da es ausschließlich Krebszellen abtöte und sonst keine Nebenwirkungen zeige, sagte Rangnekar. Die Schmerzen und schweren Nebenwirkungen, wie sie etwa bei der Chemo- oder Strahlentherapie auftreten, könnten dann vielen Patienten erspart bleiben.

"Wir haben nach einem Molekül gesucht, das Krebszellen abtötet, normale Zellen am Leben lässt und keine giftige Wirkung hat", sagte Rangnekar. Zahlreiche Experimente mit Zellkulturen hätten zuvor darauf hingedeutet, dass die Methode grundsätzlich funktioniert und tatsächlich nur Krebszellen absterben. Jetzt habe man den Beweis, dass dies auch bei lebendigen Mäusen der Fall sei.

Ein Test am Menschen wäre der nächste logische Schritt, meint Rangnekar. "Wenn man den Krebs behandeln kann, ohne den Patienten zu schädigen, ist das ein echter Durchbruch." Es sei "wundervoll", dass dieser Ansatz bei Mäusen funktioniere. Bis zu ersten Studien am Menschen sei aber noch viel Entwicklungsarbeit nötig.

mbe/ddp

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