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29.11.2007
 

Deutschland

Zahl der Aids-Toten stagniert

In Deutschland ist die Anzahl der Aids-Toten seit fünf Jahren nahezu unverändert geblieben, die Anzahl der Neuinfektionen allerdings steigt. Der Grund: Neue Behandlungsmöglichkeiten haben die Lebenserwartung HIV-Positiver erhöht - damit offenbar auch die Risikobereitschaft nicht Infizierter.

Die gute Nachricht: Seit 1996 ist die Zahl der Aids-Toten um mehr als 68 Prozent zurückgegangen. Die schlechte: Seit fünf Jahren stagniert sie. Das Statistische Bundesamt gab 504 Aids-Todesfälle für das Jahr 2006 an. Im Jahr 2002 waren es 518. Das Robert Koch Institut (RKI) kommt mit seinen Schätzungen zu ähnlichen Werten und bestätigt die Stagnation der Totenzahlen (siehe Grafik).

Stagnation seit fünf Jahren: Todesfälle bei HIV-Infizierten in Deutschland von 1975-2005
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Robert Koch-Institut: SurvStat

Stagnation seit fünf Jahren: Todesfälle bei HIV-Infizierten in Deutschland von 1975-2005

Erfreulich ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes, dass sich aufgrund neuester Wirkstoffe und des Einsatzes von Kombinationstherapien die Lebenserwartung der Infizierten erhöht hat. Das Sterbealter lag demnach 2006 bei 48,8 Jahren, wobei Frauen mit 46,2 Jahren im Schnitt über drei Jahre früher an Aids sterben als Männer mit 49,3 Jahren. 1996 hatte das Sterbealter noch 41 Jahre betragen.

Durch die besseren Behandlungsmöglichkeiten von HIV erhöhe sich allerdings auch die Anzahl sexuell Aktiver mit einer HIV-Infektion. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes stiegen die Neuerkrankungen: rund 3000 neue Infektionen verzeichnete das RKI, fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

Gemeldete HIV-Fälle nach Bundesland von 2001 bis 2006
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Robert Koch-Institut: SurvStat

Gemeldete HIV-Fälle nach Bundesland von 2001 bis 2006

In Deutschland leben aktuell etwa 59.000 HIV-Infizierte, berichtet das RKI. Die größte Gruppe stellten immer noch homosexuelle Männer: insgesamt 34.000. Über heterosexuelle Kontakte haben sich laut Angaben des RKI etwa 7500 Menschen angesteckt, weitere 7000 über intravenösen Drogenmissbrauch.

Ursachen für die hohe Zahl der Neuinfektionen sind nach Ansicht der Experten mangelhafte Schutzstrategien beim Sex unter Männern und ein allgemeines Ansteigen der Risikobereitschaft. Zudem sei durch die gestiegene Lebenserwartung die Zahl Infizierter höher, die andere anstecken können.

lub/dpa

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