Ithaca - Ein perfektes Siegerlächeln kann manchmal mehr verraten als nur auf das Wesen seines Besitzers, wie eine Studie aus den USA jetzt nahelegt. Wissenschaftler haben ihren Studenten Fotos von 50 Firmenchefs gezeigt. Ohne dass sie die Personen auf den Fotos, deren Beruf oder ihre Firma kannten, sollten die 65 weiblichen und 35 männlichen Probanden die Führungsqualitäten der Fotografierten beurteilen. Die Chefs galten als erfolgreich, wenn das von ihnen geführte Unternehmen besonders hohe Gewinne einfuhr.
Das erstaunliche Ergebnis: Allein der subjektive Eindruck genügte den Studenten, um erfolgreiche von weniger erfolgreichen Managern zu unterscheiden. Die Probanden ordneten die Gesichter in fast allen Fällen richtig den besten und schlechtesten 25 Unternehmen der "Fortune"-Liste zu, die die 1000 erfolgreichsten amerikanischen Firmen umfasst.
Die Leiter erfolgreicher Firmen strahlten nach Einschätzung der Studienteilnehmer mehr Kompetenz, Dominanz, Reife, Sympathie und Vertrauenswürdigkeit aus als die Chefs weniger florierender Unternehmen, schreiben Nicholas Rule und Nalini Ambady von der Tufts University (US-Bundesstaat Massachusetts) im Fachmagazin "Psychological Science" (Bd. 18, Nr. 2).
Die Psychologen waren über das klare Ergebnis ihrer eigenen Studie erstaunt, da sich die Manager in ihrem Aussehen stark ähnelten: Alle waren männlich, weiß und ungefähr im gleichen Alter. Auf den Bildern wurde außerdem nur das Gesicht gezeigt, in einheitlicher Größe und Graustufen.
Das sichere Urteil der Studenten werfe die Frage auf, ob CEOs in Zukunft möglicherweise besser von uninformierten Außenseitern ausgewählt werden sollten als von Experten, argwöhnen Rule und Ambady.
hda/ddp
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