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09.03.2008
 

Europas Weltraumfrachter

"Jules Verne" beginnt Jungfernflug

Erfolgreicher Start: Der europäische Weltraumfrachter "Jules Verne" ist heute Morgen problemlos ins All gestartet. Das Raumschiff soll dort die Internationale Weltraumstation ISS unterstützen.

Kourou/Bremen - Pünktlich um 5.03 Uhr (MEZ) hob eine Ariane-5-Trägerrakete vom Raumfahrtbahnhof Kourou (Französisch Guayana) ab und brachte das unbemannte Transportfahrzeug ins All. Damit hat Europa nur einen Monat nach dem erfolgreichen Start des Weltraumlabors "Columbus" mit einem US-Shuttle erstmals in Eigenregie einen Transporter zur Internationalen Raumstation ISS geschickt.

Sechs Minuten nach dem Start der Ariane-5-Spezialversion wurde das ausgebrannte Haupttriebwerk abgesprengt. Danach trieb die in Bremen gebaute Oberstufe das ATV (Automated Transport Vehicle) in eine Umlaufbahn zwischen 140 und 260 Kilometern Höhe.

Inzwischen hat "Jules Verne" seine eigenen Systeme eingeschaltet und nimmt Kurs auf die ISS. Dort soll der Weltraumfrachter nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation Esa Anfang April mit rund sechs Tonnen Nachschub automatisch andocken. Vorher sind umfangreiche Flugmanöver geplant. Dabei sollen die neuen Navigations- und Kontrollsysteme getestet werden, um eine sichere Annäherung an die bemannte Raumstation zu gewährleisten.

Insgesamt soll die "Jules Verne" sechs Monate lang mit der ISS verbunden bleiben und mit seinem Triebwerk die Raumstation auf eine höhere Umlaufbahn führen. Die ISS hat bei ihrem Flug um die Erde ständig etwas an Höhe verloren. Die zehn Meter lange und rund 20 Tonnen schwere "Jules Verne" soll schließlich als Mülleimer der ISS benutzt werden und sechs Tonnen Abfall aufnehmen. Nach Erfüllung ihrer Aufgaben soll das komplexeste je in Europa entwickelte Raumfahrzeug schließlich in der Atmosphäre verglühen.

Die Esa beziffert die Kosten für das erste ATV inklusive Entwicklung, Kontrollzentrum und den Transport mit der europäischen Trägerrakete auf 1,3 Milliarden Euro. Nach "Jules Verne" sind mindestens vier weitere ATV-Missionen geplant, die jeweils 350 Millionen Euro kosten sollen.

sam/dpa/Reuters

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