London - Viel Mensch - und etwas Tier: Die neu geschaffenen Embryonen sind zu 0,1 Prozent Kuh, die übrigen 99,9 Prozent stammen vom Menschen. Die Erzeugung dieser Chimären sei ein wichtiger Erfolg für die Stammzellenforschung, erklärte die Universität von Newcastle.
Embryonale Stammzellen (vom Menschen): Forscher wollen die Zellen von einem Mischwesen aus Mensch und Kuh gewinnen
Bisher sind die Ergebnisse der Genforscher noch mit Vorsicht zu genießen: Die Arbeiten sind noch in keiner anerkannten Fachzeitschrift publiziert worden, wo sie von Gutachtern untersucht worden wären.
Nur eine Ausnahmegenehmigung der Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) hatte dem Team von Stammzellenforscher Lyle Armstrong die Forschungen ermöglicht. Die Wissenschaftler wollen feststellen, ob sich Chimären-Stammzellen für die Behandlung schwerer Krankheiten wie Parkinson eignen. In weiteren Versuchen wollen sie die neu geschaffenen Embryos sechs Tage wachsen lassen und nicht bereits nach drei Tagen zerstören. Zu diesem Zeitpunkt sollen dann embryonale Stammzellen aus den Zellhaufen gewonnen werden.
Tierische Eizellen stünden im Gegensatz zu menschlichen unbegrenzt zur Verfügung, erklärte John Burns, der Leiter des Instituts für Humangenetik der Universität von Newcastle.
Die Regierung in London bereitet derzeit ein neues Gesetz zur Stammzellenforschung vor, das unter anderem die Erzeugung von Chimären-Embryonen zu Forschungszwecken generell erlauben und regeln soll. Die katholische Kirche und die Gesellschaft für den Schutz ungeborener Kinder forderten hingegen ein Verbot derartiger Forschungen.
Auch in Deutschland ist die Stammzellenforschung umstritten. Bislang dürfen Wissenschaftler hierzulande nur Zelllinien verwenden, die vor dem 1. Januar 2002 im Ausland hergestellt wurden. Der Bundestag hat über eine mögliche Lockerung dieses Gesetzes debattiert. Am kommenden Freitag soll die Entscheidung fallen.
chs/dpa
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