Die Zahlen sind erschütternd: Rund eine halbe Milliarde Menschen infizieren sich jährlich mit Malaria, ein bis drei Millionen sterben an der Erkrankung. Die meisten Opfer fordert der von der Anopheles-Mücke übertragene Parasit in Afrika.
Tom Hadfield, ein 25-jähriger britischer Unternehmer, hat nun gemeinsam mit Medizinern des kanadischen McLaughlin-Rotman Centre for Global Health und der University of Toronto eine Onlineplattform gegründet, um Geld für die Malariabekämpfung zu sammeln. Bei www.malariaengage.org handelt es sich jedoch nicht um eine gewöhnliche Spendenplattform. Vielmehr wollen die Organisatoren gezielt Nutzer sozialer Netzwerke wie Facebook ansprechen und sensibilisieren.
Hadfield, der mit dem Verkauf einer Fußballplattform 40 Millionen US-Dollar verdient hat, war nach eigener Aussage schockiert, als er mitbekam, dass Tausende Menschen an einer Erkrankung sterben, die sich durchaus verhindern ließe. "Als ich im letzten Sommer aus Afrika zurückkam, haben mich viele gefragt, was man tun kann." Indem man Menschen zum Mitmachen ermuntere, schaffe man internationale Communities Gleichgesinnter. "Das ist die Essenz sozialer Netzwerke", sagte Hadfield.
Malariaengage.org könne nahtlos in Web-2.0-Seiten wie Facebook integriert werden, erklärte er. Nutzer könnten Malaria-Forschungsprojekte zu ihrem Profil hinzufügen, sich mit anderen Unterstützern austauschen und zusammentun.
Die Webseite listet derzeit sieben verschiedene Projekte auf, die Surfer mit Spenden unterstützen können. Unter anderem geht es um die Erforschung von Pflanzen, deren Geruch Moskitos vertreibt und Therapien, bei denen mehrere Medikamente miteinander kombiniert werden. Auch die Verteilung von Moskito-Netzen, die mit Insektiziden behandelt sind, wird unterstützt. Im Oktober hatte die Unicef über Fortschritte in der Malaria-Bekämpfung berichtet, die auf den verstärkten Einsatz der Netze zurückgehen.
Weil die Malaria-Erreger gegen immer mehr Medikamente resistent geworden sind, suchen Forscher nach neuen Wegen, um der Infektionskrankheit Herr zu werden. Sie arbeiten zum Beispiel an einer Impfung, die den Erreger sterilisieren und so seine Vermehrung verhindern soll. Auch genetisch veränderte Moskitos könnten helfen, die Malaria einzudämmen.
hda
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