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Kohlekraft-Streit Wieso CO2 nicht einfach zu vergraben ist

3. Teil: Klärungsbedarf bei Transport und Lagerung

Der Transport ist die nächste Herausforderung. Bevor das CO2 auf die Reise gehen kann, muss es verdichtet werden - und auch das kostet wieder Energie. Dann beginnt der Transport ins Endlager unter der Erde. Sobald es um größere Kraftwerke geht, müssen dafür Pipelines her. Doch Energieunternehmen klagen, dass für die neuen CO2-Rohrleitungen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen fehlen. Immerhin wird auf europäischer Ebene derzeit über eine Richtlinie diskutiert.

Aus der Pilotanlage in Schwarze Pumpe sollen einstweilen Tankwagen - betrieben mit Biosprit - das abgetrennte CO2 wegbringen. Das Ziel: eine fast leere Erdgaslagerstätte im Norden Sachsen-Anhalts, 3000 Meter unter der Erde.

Derzeit werden mehrere Speicherarten geprüft. Da wären zum Beispiel solche leeren Erdöl- und Erdgaslagerstätten, die über Jahrmillionen bewiesen haben, dass sie dicht sind. Hier kann das Treibhausgas sogar genutzt werden, um die Förderung der letzten Reserven der Lagerstätte effizienter zu machen. Großtechnisch kommt das Verfahren bisher im kanadischen Weyburn zum Einsatz. Dort wird CO2, das in einer Chemieanlage im US-Bundesstaat North Dakota anfällt, in ein Ölfeld gepresst, um dessen Produktivität zu verbessern.

Bei einem anderen Lagerverfahren setzt man auf sogenannte saline Aquifere. Das sind poröse Sedimentgesteine, die von einer stark salzhaltigen Lösung getränkt sind. Die Poren des Gesteins können zur CO2-Aufnahme genutzt werden - jedenfalls wenn oberhalb der geplanten Lagerstätte ein gasdichtes Deckgestein liegt.

Das größte Projekt dieser Art betreibt der Ölkonzern StatoilHydro vor der Küste Norwegens: Auf dem Gasfeld "Sleipner" wird schon seit mehr als zehn Jahren CO2, das bei der Erdgasherstellung anfällt, in eine Sandsteinschicht 800 Meter unter dem Nordseeboden gepresst - etwa eine Million Tonnen im Jahr. Für StatoilHydro ist das ein lohnendes Geschäft, weil das Unternehmen auf diese Weise die norwegische CO2-Steuer sparen kann.

Ein undichtes Endlager wäre fatal

Doch bisher gibt es nur wenige Endlagerprojekte; es muss noch weiter geforscht werden. Wie kann sichergestellt werden, dass das Gas nicht doch durch Risse und Spalten im Gestein entweicht? Das wäre schlecht fürs Klima - und wegen der verunsicherten Bevölkerung ein PR-Desaster erster Güte, wenn es darum geht, weitere CO2-Lagerstätten zu etablieren. Schließlich weiß der Durchschnittsbürger ohnehin nicht so recht, was er von dem farb- und geruchlosen Stoff halten soll, der in hoher Konzentration in der Atemluft zum Erstickungstod führen kann.

Deswegen gibt es Projekte wie "CO2SINK", das in diesen Tagen im brandenburgischen Ketzin starten soll. "Wir wollen herausfinden, wie gut man das CO2 im Boden verfolgen kann", sagt Fabian Möller vom Geoforschungszentrum Potsdam. Dafür sollen über ein Bohrloch binnen zwei Jahren 60.000 Tonnen des Treibhausgases versenkt werden - eine "homöopathische Menge", sagt Möller.

Wie weit der Weg zu einer funktionierenden CO2-Abtrennung und -Speicherung noch ist, beweist allein ein Detail: Weil es noch keine größeren Kraftwerke mit funktionierender Abtrennung gibt, die regelmäßig CO2 liefern könnten, müssen Möller und seine Kollegen in Ketzin das Treibhausgas für ihre Speicherversuche speziell herstellen und anliefern lassen.

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insgesamt 38 Beiträge
imagine 13.05.2008
Und wo will man es einsperren, das Treibhausgas CO2? Dieses Gas ist flüchtig und es wird einen Weg finden nach oben. Also erstmal nachdenken bevor man ca.20 neue Kohlekraftwerke baut.
Und wo will man es einsperren, das Treibhausgas CO2? Dieses Gas ist flüchtig und es wird einen Weg finden nach oben. Also erstmal nachdenken bevor man ca.20 neue Kohlekraftwerke baut.
Michael KaiRo 13.05.2008
Da den Blödsinn CO2 = Klimaveränderung sowieso nur noch ein paar Medien + paar PIK-Mitarbeiter glauben, mal einen Alternativvorschlag! Aus den Augen aus dem Sinn und die Kiddies sind auch noch sinnvoll beschäftigt: [...]
Zitat von sysopIm Kampf gegen die Klimakatastrophe wollen Konzerne und Politiker CO2 unterirdisch verklappen. Viele preisen die Technik als Rettung - doch tatsächlich ist sie noch weit von der Marktreife entfernt. Und kommt möglicherweise zu spät. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,548753,00.html
Da den Blödsinn CO2 = Klimaveränderung sowieso nur noch ein paar Medien + paar PIK-Mitarbeiter glauben, mal einen Alternativvorschlag! Aus den Augen aus dem Sinn und die Kiddies sind auch noch sinnvoll beschäftigt: http://www.formel1-in-der-schule.de/presse/neuigkeiten/browse/11/article/formel-1-in-miniatur.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=2&cHash=76aba256e0 Ansonsten ein Zitat vom Physiker Prof. Dr. Gerhard Gerlich: Die Klima-Berater der Bundeskanzlerin stammen vor allem aus dem PIK, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dieses Institut ist so unwissenschaftlich wie sein Name. super auch das: Wir machen kein Hehl daraus, daß wir ein anderes Verständnis von Wissenschaft haben als das, was in dem Potsdam-Institut praktiziert wird.
luri80 13.05.2008
Noch ein bisschen CO2 könnte nicht schaden, es ist Mitte Mai und ich friere noch immer ... schade, da die Erwärmung ja vorerst für 10 Jahre aufgeschoben wurde.
Zitat von sysopIm Kampf gegen die Klimakatastrophe wollen Konzerne und Politiker CO2 unterirdisch verklappen. Viele preisen die Technik als Rettung - doch tatsächlich ist sie noch weit von der Marktreife entfernt. Und kommt möglicherweise zu spät.
Noch ein bisschen CO2 könnte nicht schaden, es ist Mitte Mai und ich friere noch immer ... schade, da die Erwärmung ja vorerst für 10 Jahre aufgeschoben wurde.
tux 13.05.2008
Einmal ein Zitat gelesen und schon ist der Klimawandel nicht mehr als ein Witz. "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist eine super Herangehensweise an Probleme jeder Art. Daumen hoch!
Zitat von Michael KaiRoAnsonsten ein Zitat vom Physiker Prof. Dr. Gerhard Gerlich: Die Klima-Berater der Bundeskanzlerin stammen vor allem aus dem PIK, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Dieses Institut ist so unwissenschaftlich wie sein Name. super auch das: Wir machen kein Hehl daraus, daß wir ein anderes Verständnis von Wissenschaft haben als das, was in dem Potsdam-Institut praktiziert wird.
Einmal ein Zitat gelesen und schon ist der Klimawandel nicht mehr als ein Witz. "Aus den Augen, aus dem Sinn" ist eine super Herangehensweise an Probleme jeder Art. Daumen hoch!
slapsh0t 13.05.2008
Wenn man sich die durchschnittliche Bauzeit von Kraftwerken anschaut, ist jede nicht heute schon realisierte Technologie noch 5-10 Jahre entfernt. Und selbst wenn diese Technologie 100 % CO2 frei ist, so müsste ja zusätzliche 20 - [...]
Wenn man sich die durchschnittliche Bauzeit von Kraftwerken anschaut, ist jede nicht heute schon realisierte Technologie noch 5-10 Jahre entfernt. Und selbst wenn diese Technologie 100 % CO2 frei ist, so müsste ja zusätzliche 20 - 30 % der Gesamtstrommenge bis 2020 von dieser Technologie produziert werden, damit die Rechnung im Stromsektor aufgeht. Bisher gibt es nur zwei Technologien, mit denen eine fast CO2 neutrale Stromgewinnung möglich ist und die in Deutschland in größerem Maßstab angewandt werden kann: Windkraft mit angeschlossenen Wasserspeicherkraftwerken und Atomkraft. Windkraft ist mit der teuerste Strom und kann nicht zur Deckung der Grundlast genutzt werden. Der hohe Landschaftsverbrauch beschränkt zusätzlich den weiteren Ausbau. Mit Atomkraft steht uns heute schon eine Technologie zur Verfügung, die eine Grundlastdeckung und günstigen, CO2 freien Strom ermöglicht. Darüber hinaus wird kaum ein Rohstoff verbraucht, der anderweitig von Bedeutung ist. Mit Atomkraft könnte zusätzlich auch CO2 freier Strom bzw. Wasserstoff für zukünftige Antriebstechnologien hergestellt werden. Die Diskussion um Atomkraft muss vorurteilsfrei wieder aufgenommen werden. Viele Probleme der Atomkraft - insbes. das Endlagerungsproblem - sind in den Griff zu bekommen, wenn die politische Willenskraft da wäre. Atomstrom ist der billigste überhaupt. Wenn man jede KWh Atomstrom mit 3ct. Abgabe belasten würde und diese in die Forschung nach alternativen Energien steckt, haben wir garantiert bis 2020 eine alternative Technologie und gleichzeitig bis dahin weitestgehend CO2 freien und bezahlbaren Strom. Atomkraft ist sicherlich nicht die Lösung auf die Frage nach CO2 freien Strom - aber es ist eine veritable Zwischenlösung auf dem Weg dahin.
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