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Mysteriöse Fundstücke Das Geheimnis von Indiana Jones' Kristallschädel

2. Teil: Nicht alle Schädel sind Auftragsarbeiten des findigen Händlers

In den dreißiger Jahren, mehr las 20 Jahre nach dem Tod Bobans, tauchte ein weiterer heute berühmter Kristallschädel auf. Wie der britische Abenteurer Frederick Arthur Mitchell-Hedges 1954 in seiner Autobiografie "Die Gefahr ist mein Gefährte" schreibt, fand ihn seine Adoptivtochter Anna als Teenager unter einem Altar in einem Tempel der Maya in Lubaantun, im heutigen Belize.

Ihren eigenen Aussagen zufolge stellte sie ihn neben ihr Bett, und träumte fortan lebhaft von den Riten der alten Maya. Allerdings wurde der Schädel bereits 1936 in der anthropologischen Zeitschrift "Man" beschrieben. Als Besitzer des Schädels wird der Londoner Kunsthändler Sydney Burney genannt, der ihn 1943 über das Auktionshaus Sotheby's an Mitchell-Hedges verkaufte.

Der sogenannte Mitchell-Hedges-Schädel ist eine genaue Kopie des Exemplars im British Museum. Mit einer Ausnahme: Er hat einen separaten Unterkiefer. Vergangenes Jahr hatte Jane Walsh zwei Tage lang die Gelegenheit, auch diesen Schädel zu untersuchen. "Er ist technisch sehr ausgefeilt gearbeitet", erzählt sie. "Hoch poliert, die Details sind minutiös, es ist eine sehr moderne Arbeit." Sie datiert ihn auf die Zeit kurz vor seinem ersten Auftauchen, etwa um 1932.

Jane Walsh bekommt manchmal Anfragen von Leuten, die ihren eigenen Kristallschädel mit dem Schädel in ihrer Schublade zusammenbringen möchten, damit die Köpfe "kommunizieren" könnten. "Viele dieser Schädel sind schlechte Kopien aus Glas oder sogar aus Gießharz", sagt Walsh. Auch Colin McEwan, Kurator der lateinamerikanischen Sammlung des British Museum hat Erfahrung mit seltsamen Besuchern gemacht. "Manchmal versetzten sich Leute vor dem Schädel in Trance", berichtet er.

Aber auch Beschwerdebriefe bekommt McEwan gelegentlich auf seinen Schreibtisch. Darin fordern Leute, das Museum solle endlich die im Schädel gespeicherte kosmische Energie freigeben. "Eine Petition behauptete, dem Schädel würde mit seiner Ausstellung im Museum Gewalt angetan, weil er ein fühlendes Lebewesen sei, dem es verweigert würde, sein Schicksal zu erfüllen."

Von Steven Spielberg wurden die Forscher vor Beginn der Dreharbeiten zu "Indiana Jones" nicht um wissenschaftlichen Rat gefragt - natürlich. "Ich bin doch die Letzte, mit der er darüber würde sprechen wollen", sagt Jane Walsh lachend. "Ich würde mit der Wahrheit doch die ganze schöne Geschichte ruinieren."

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