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01.05.2008
 

Sexualität

Stimme verrät Fruchtbarkeit

Man sieht es Frauen nicht an, wenn sie fruchtbar sind - aber man hört es. Denn dann klingen ihre Stimmen offenbar besonders attraktiv, wie Wissenschaftler herausfanden. Und das bemerken nicht nur Männer, sondern auch Frauen.

Die Erotik der Frauenstimme ist normalerweise ein Metier von Schriftstellern und Filmemachern. Nun haben Forscher versucht, die Geheimnisse weiblicher Lautformung zu lüften und festgestellt, dass dabei wohl auch hormonelle Faktoren eine Rolle spielen, zumindest zeitweise: An den Tagen ihrer größten Fruchtbarkeit haben Frauen eine besonders schöne Stimme. Das berichten Nathan Pipitone und Gordon Gallup von der State University of New York in Albany im Fachblatt "Evolution and Human Behavior".

Liebespaar: Zyklus beeinflusst weibliche Stimme
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DDP

Liebespaar: Zyklus beeinflusst weibliche Stimme

Die Forscher hatten 38 Studentinnen der State University of New York in Albany zu verschiedenen Zeiten ihres Zyklus von eins bis zehn zählen lassen und die Stimmen dabei aufgezeichnet. Im zweiten Teil des Tests wurden die Aufzeichnungen 30 männlichen und 30 weiblichen Studenten im Alter von 17 bis 25 Jahren vorgespielt. Dabei wurden die Hörtester in Gruppen unterteilt - es hörte also nicht jeder alle Stimmproben. Die Probanden gaben an, heterosexuell zu sein. Sie sollten dann die Attraktivität der Stimmen auf einer Skala von 1 bis 100 zu bewerten. Das Resultat: Sowohl die Männer als auch die Frauen empfanden die Aufnahmen, die zum Zeitpunkt der höchsten Fruchtbarkeit der Sprecherin entstanden waren, als besonders attraktiv.

Das Ergebnis bestätige andere Hinweise darauf, dass der weibliche Stimmapparat von Sexualhormonen beeinflusst werde, sagte Gallup dem Magazin "New Scientist". Dass Männer die feinen Änderungen der Stimme wahrnehmen, deute auf eine "subtile evolutionäre Schlacht der Geschlechter" hin, sagte Gallup. Bei Affen beispielsweise kann man an der Schwellung der Genitalorgane die Empfängnisbereitschaft der Weibchen erkennen.

Die Theorie, dass auch Menschen in eine Art Brunftphase kommen, ist umstritten. Gallup vermutet, dass Frauen im Laufe der Evolution Wege gefunden haben, mit ihrer Fruchtbarkeit keine ungewollte Aufmerksamkeit zu erregen und diese zu verbergen. In der Folge seien Männer dann sensibler geworden für diese schwachen Hinweise des anderen Geschlechts.

Doch auch auf die Inhalte kommt es an: Kürzlich hatten schottische Wissenschaftler herausgefunden, dass die Attraktivität einer Frauenstimme von Männern nicht nur nach dem Klang beurteilt wird, sondern auch nach dem Inhalt des Gesagten. Die Forscher glauben, dass dahinter eine evolutionäre Anpassung der Stimmenverarbeitung bei Männern steckt.

lub/dpa

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