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05.05.2008
 

Regierungsbericht

Zahl der Drogentoten wieder gestiegen

Erstmals seit Jahren hat die Zahl der Drogentoten in Deutschland zugenommen: 2007 starben 1394 Menschen nach Drogenmissbrauch - fast hundert mehr als 2006. Der neue Regierungsbericht konstatiert zudem immer mehr Alkoholexzesse unter Teenagern. Einzig positiv: Junge Menschen rauchen weniger.

Berlin - An der Gesamtlage hat sich wenig geändert: Nach wie vor konsumieren Millionen Deutsche exzessiv Tabak und Alkohol und missbrauchen Medikamente, heißt es im Drogen- und Suchtbericht 2008. Sabine Bätzing (SPD), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, stellte die Studie am heutigen Montag in Berlin vor. Demnach ist die Zahl der Drogentoten nach einem historischen Tiefstand 2007 um 98 auf 1394 Menschen gestiegen.

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DPA

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Zu den vielfältigen Ursachen zähle das gestiegene Alter der Abhängigen, heißt es in dem Bericht. Im Vorjahr war die Zahl der Drogentoten auf den niedrigsten Stand seit 1989 gesunken. Der Konsum illegaler Rauschmittel insgesamt ist rückläufig. Zuletzt nahmen noch 5,4 Prozent der 18- bis 59-Jährigen mindestens einmal im Jahr Drogen.

Eine der wenigen guten Nachrichten: Der Raucheranteil unter Jugendlichen ging binnen sechs Jahren von 28 auf 18 Prozent zurück. Diese Zahlen hatte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereits vor einem knappen Jahr veröffentlicht. Das Rauchverbot in Gaststätten dürfte bei dem Rückgang jedoch nur eine kleine Rolle gespielt haben: Es gilt erst seit Anfang 2008.

Eine Trendwende verzeichnet der Bericht bei Cannabis: 13 Prozent der Jugendlichen probierten es zumindest einmal im Leben - 22 Prozent waren es drei Jahre zuvor. Auch diese Zahlen sind freilich nicht neu. Sie stammen von einer Befragung aus dem Vorjahr.

Im März hatten die Drogen-Kontrolleure der Vereinten Nationen Alarm geschlagen: Weil die Grenzkontrollen strenger werden, boomen auch in Deutschland professionelle Cannabis-Plantagen. Die Experten des Internationalen Suchtstoff-Kontrollrates (International Narcotics Control Board, kurz INCB) hatten "erschreckende Ausmaße" des Anbaus beklagt.

Das Rauschtrinken bei Jugendlichen nahm laut dem jetzt in Berlin veröffentlichten Drogenbericht "besorgniserregend" zu. Insgesamt 9,5 Millionen Deutsche trinken zu viel Alkohol. 1,3 Millionen sind abhängig. Nach wie vor raucht mehr als ein Drittel der Erwachsenen in Deutschland. Das sind etwa 16 Millionen Menschen. 600.000 Erwachsene nehmen Cannabis - deutlich mehr als in den Vorjahren. Bis zu 1,5 Millionen sind medikamentenabhängig.

hda/dpa

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