Arbeitsteilung und die aus ihr entspringenden Hierarchien haben sich über Jahrtausende fortentwickelt, weil sie evidente Vorteile vor jeder anderen Art der kollektiven Weltbewirtschaftung bieten, vom instinktgeleiteten Rudel aufwärts. Erst die Arbeitsteilung, nicht das abstrakte menschliche Denkvermögen allein, das uns über die Affen erhebt, schafft die Möglichkeit der Vorsorge, der Überwindung und Abwehr von Mangel und Katastrophen, der Emanzipation von den Nötigungen der verhagelten Ernte, Dürre, Eiszeit, des Schädlingsbefalls und der Defekte einzelner Menschen selbst. Dass der Kapitalismus die erste Wirtschaftsweise wurde, die sich auf der ganzen bewohnten Erde ausbreiten konnte, kommt auch daher, dass er die Vorteile der Arbeitsteilung mit denen der freien Konkurrenz zu einer jahrhundertelang praktisch unschlagbaren Verbindung amalgamiert hat. Jetzt aber werden beide aneinander und an ihren Folgen zuschanden.
Was Naturkatastrophen und Mangel bändigen half, bringt diese Geißeln auf höherem Niveau zurück – und verleiht ihnen eine Vernichtungskraft, die sie in freier Wildbahn gar nicht hätten: Wo der Tsunami einen Küstenstreifen überspült, an dem man im Interesse der Hotelindustrie und der Forstwirtschaft alle Bäume abgeholzt hat, die den Schaden hätten dämpfen können, wird verheerend sichtbar, dass die zweite Natur nicht nur die Gefahren der ersten von den Menschen abwenden, sondern sie eben auch gewaltig verschärfen kann.
Die Menschen haben zugelassen, dass die Maschinen, die ihnen zu dieser Abschaffung verhelfen könnten, zu Naturwesen werden, deren Früchte man nicht ernten kann, weil sie keine mehr hervorbringen; wie schlafende Pflanzen im Winter.
Die Menschen müssen ihre Maschinen befreien, damit die sich revanchieren können.
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