Mexiko-City - Bei Renovierungsarbeiten an einem Gebäude aus der Kolonialzeit, dem heutigen Kulturmuseum, habe man Reste einer Mauer und den Basaltboden eines Raumes ausgegraben, in dem Montezuma vermutlich meditierte, sagte die Archäologin Elsa Hernandez.
Der Palast Montezumas bestand aus fünf miteinander verbundenen Häusern, zu denen auch die Wohnungen für seine Kinder und Frauen gehörten. Sogar ein kleines Tiergehege gab es. Die aztekischen Bauten wurden von den spanischen Eroberern zerstört, die auf den Ruinen ihre eigenen Häuser erbauten. Die Archäologen hätten den Palast in etwa an der Stelle vermutet, an der er jetzt gefunden worden sei, sagte Hernandez. Der Fund sei "ein weiteres Teil eines Puzzles, von dem wir noch mehrere zu finden hoffen", erklärte sie. Die Ausgrabungen sollten an anderen Stellen in der Nähe fortgesetzt werden.
Erst am Sonntag hatten Archäologen bekannt gegeben, dass sie im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt eine große Sammlung von Opfergaben der Azteken entdeckt haben. Der aus rund 4000 Einzelteilen bestehende Fund ist der größte seiner Art seit Beginn der Ausgrabungen vor rund 30 Jahren im Bereich des Templo Mayor unweit der Kathedrale am Zócalo-Platz.
Der Basaltboden des nun entdeckten Palastes gehörte vermutlich zur sogenannten Casa Denegrida, dem Schwarzen Haus. Das wurde von den Spaniern als fensterloser Raum beschrieben, der schwarz angestrichen war, sagte Hernandez. Der Herrscher soll dort über Visionen der Seher und Schamanen nachgedacht haben. Sein Glaube an diese Vorhersagen könnte mit zum Sturz seines Reiches beigetragen haben, da er die Spanier zuerst für göttliche Wesen hielt. Montezuma II. starb 1520 in der Gefangenschaft der spanischen Eroberer unter Hernán Cortés.
chs/AP
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