• Drucken
  • Senden
  • Feedback
18.06.2008
 

Immunsystem

Trennung der Eltern könnte bei Kindern Allergien auslösen

Umzug und Scheidung der Eltern sind oft für die ganze Familie traumatisch. Jetzt haben Umweltforscher Hinweise gefunden, dass Kinder den psychischen Stress auch körperlich verarbeiten: mit Allergien.

Die Augen tränen, die Nase läuft, der Rachen juckt - die Zahl von Kindern mit Allergien scheint ständig zuzunehmen. Die Gründe dafür sind zahlreich: Eltern vererben ihre Disposition an die Kinder, die verschmutzte Luft hat einen Einfluss und offenbar spielt auch Stress eine Rolle. Das vermuteten Wissenschaftler zwar schon länger, doch nun haben Umweltforscher vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, vom Helmholtz-Zentrum München und vom Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf ein Stresshormon gefunden, das diese Theorie bestätigen könnte. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Pediatric Allergy and Immunology".

Inhalieren gegen die Krankheit: Laut Deutschen Allergie- und Asthmabund haben 12 bis 15 Prozent der Kinder allergisches Asthma
Zur Großansicht
DPA

Inhalieren gegen die Krankheit: Laut Deutschen Allergie- und Asthmabund haben 12 bis 15 Prozent der Kinder allergisches Asthma

Innerhalb einer großen epidemiologischen Studie hatten die Forscher erstmals Stressereignisse in den frühen Lebensjahren mit Hilfe von Immunmarkern und Neuropeptiden untersucht. Dazu analysierten sie zum einen verschiedene soziale Faktoren im Umfeld der Kinder. Zum anderen untersuchten sie Blutproben von 234 Kindern im Alter von sechs Jahren. Dabei wurden erhöhte Blutkonzentrationen des Stresshormons VIP (Vasoaktives intestinales Peptid) im Zusammenhang mit einem Umzug oder der Trennung der Eltern gefunden.

VIP könne eine Vermittlerrolle zwischen Stressereignissen im Leben und dem Immunsystem einnehmen, schreibt das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in einer Mitteilung. Erhöht war auch die Konzentration von Immunmarkern, die mit der Auslösung allergischer Reaktionen verbunden sind, wie das Zytokin IL-4.

Erstaunlicherweise lösten so tragische Ereignisse wie der Tod von Angehörigen, schwere Erkrankungen oder Arbeitslosigkeit der Eltern bei den Kindern geringere Stressreaktionen als eine Trennung aus. Dagegen wurden nach einem vergleichsweise harmlosen Ereignis wie einem Umzug ebenfalls erhöhte Stresspeptidkonzentrationen im Blut der Kinder festgestellt.

Weil die Wissenschaftler nur eine vergleichsweise kleine Anzahl an Kindern untersucht haben, wollen sie ihre Ergebnisse "vorsichtig interpretiert" wissen, und schätzen sie lediglich als "wertvollen Hinweis" darauf ein, was durch Stress im Körper passiere.

hei/ddp/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wissenschaft
alles aus der Rubrik Mensch

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP