Ausgeschlafenes Gesicht, schlanke Taille, formschöne Beine - der perfekte Körper wird in Zukunft offenbar mehr denn je Ziel vieler Menschen sein. Das meint zumindest die Amerikanische Gesellschaft der Plastischen Chirurgen (ASPS). Ihren Hochrechnungen zufolge wird die Zahl der kosmetischen Eingriffe bis zum Jahr 2015 in den USA auf 55 Millionen Operationen steigen - und damit auf das Vierfache des Jahres 2005.
Schönheitsbehandlungen boomen in den USA seit Jahren: Von 1992 bis 2005 wuchs die Branche um 725 Prozent. Allein 2005 wurden zehn Milliarden Dollar für kosmetische Eingriffe ausgegeben, berichten die ASPS-Ärzte in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Plastic and Reconstructive Surgery". Ihren Kalkulationen legten die Mediziner die jährlichen Statistiken ihrer Fachgesellschaft zu Grunde und rechneten hoch, wie sich die Zahlen weiter entwickeln werden.
Die Berechnungen ergaben, dass vor allem nicht-invasive Eingriffe besonders rasant zunehmen werden. Dazu zählen Faltenkorrekturen, Botox-Einspritzungen, Lippen-Aufpolsterungen oder Peelings. Im Jahr 2005 gehörten noch 66 Prozent der Eingriffe, die plastische Chirurgen der ASPS vornahmen, in diese Rubrik. Im Jahr 2015 werden es den Untersuchungen zufolge schon 88 Prozent sein.
Bei der Schönheitschirurgie wird der Trend hingegen vermutlich in die andere Richtung gehen: Während im Jahr 2005 noch jeder dritte kosmetische Eingriff eine Operation war, wird es im Jahr 2015 kaum mehr als jeder achte sein. Besonders Brustvergrößerungen und Fettabsaugungen machen bei diesen Operationen einen großen Teil aus.
Aufwärtstrend auch in Deutschland
Auch in Deutschland wollen immer mehr Menschen bei der Schönheit nachhelfen. "Die Akzeptanz des eigenen Körpers sinkt", sagt Christian Gabka, Präsident der Vereinigung der Ästhetisch-Plastischen Chirurgen im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. "Gerade in der jüngeren Generation wird Schönheitschirurgie längst nicht mehr so kategorisch abgelehnt wie früher und offen darüber gesprochen."
Konkrete Zahlen gibt es allerdings nicht, Register fehlen hierzulande. Die Fachgesellschaften können daher nur schätzen. Dass sich die Zahl der Eingriffe wie in den USA auch in Deutschland bis 2015 vervierfachen wird, hält Gabka durchaus für möglich. Allerdings seien die absoluten Zahlen bezogen auf die Einwohnerdichte längst nicht so hoch: "Während 2015 vielleicht jeder fünfte Amerikaner kosmetische Korrekturen an sich vornehmen lassen wird, denke ich, dass es in Deutschland etwa jeder Zehnte sein wird", meint der Chirurg.
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