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17.07.2008
 

Zukunft der Reproduktionsmedizin

Wunschbaby für 100-Jährige

Von Heike Le Ker

Plazenta-Automaten, Klonkinder, Eizellen-Massenfertigung: 30 Jahre nach der Geburt des ersten Retorten-Babys wagen Forscher einen Blick in die Zukunft der Reproduktionsmedizin. In "Nature" schildern sie ihre Visionen, Hoffnungen - und Ängste.

Die Zeitungen gaben ihr den Namen "Superbabe" - ihre Eltern nannten sie Louise Joy Brown: Das erste Retorten-Baby der Welt wurde am 25. Juli 1978 in der britischen Stadt Oldham geboren. Das Kind hatte sich aus einem Embryo entwickelt, der im Reagenzglas entstanden war. Eine Eizelle und ein Spermium waren im Jahr 1977 in einem Labor der Kleinstadt miteinander verschmolzen und erst Tage später in die Gebärmutter von Lesley Brown implantiert worden. Louise Joy Brown ist heute selbst Mutter eines Jungen - der auf natürlichem Weg gezeugt wurde.

Die sogenannte In-vitro-Fertilisation (IVF) hat vor 30 Jahren die Reproduktionsmedizin revolutioniert und moralische, ethische und medizinische Diskussionen provoziert. Heute ist sie fester, aber auch teurer Bestandteil medizinischer Leistungen in zahlreichen Ländern - in Deutschland übernehmen Krankenkasse nur die Hälfte der rund 1200 Euro teuren Behandlung, und das nur bei drei Versuchen. Danach muss das Paar die Kosten allein tragen. Meist sind mehrere Anläufe notwendig, insgesamt führen weltweit aber nur rund 20 bis 40 Prozent aller IVF zu einer Schwangerschaft, aus der am Ende auch ein Kind entsteht.

Beim IVF-Verfahren bekommt die Frau eine Hormontherapie, um mehrere Eizellen gleichzeitig zum Eisprung zu bringen. Diese werden ihr unter Narkose entnommen und im Reagenzglas mit Spermien befruchtet. Auf diese Weise entstehen meist mehrere befruchtete Eizellen, die sich theoretisch zu Embryonen entwickeln könnten. In Deutschland werden maximal drei dieser Zellhaufen in die Gebärmutter der Frau implantiert. Die überzähligen Embryonen werden hierzulande tiefgefroren, in anderen Ländern werden sie weggeworfen.

Was vor 30 Jahren zunächst als scheinbar einmaliges Ereignis galt, ist heute Routine: Etwa jedes 80. Kind wird in Deutschland mittlerweile durch IVF gezeugt. Ob ähnlich bahnbrechende Erkenntnisse in den kommenden 30 Jahren zu erwarten sind, beantworten Stammzellforscher, Genetiker und Reproduktionsmediziner in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Nature". SPIEGEL ONLINE gibt einen Einblick in die Visionen der Wissenschaftler.

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insgesamt 347 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
09.11.2009 von fritze meier: Nicht schlecht

Da haben also Forscher des Münchner Max-Planck-Instituts herausgefunden, dass ein Teil der Angststörungen oder Depressionen durch Methylierung der DNA verursacht werden kann. Das ist erstmal ein großartiges Ergebnis, es war [...] mehr...

05.11.2009 von sganarelle:

Erst vor Kurzem habe ich von den erschütternden Hintergründen der Forschungen erfahren, die den Anstoß zu dem gaben, was wir heute als "sexuelle Revolution" feiern. Darf ich vorstellen: Alfred Kinsey, ein [...] mehr...

08.12.2008 von moordruide: med. Forschung

Zitat Was für einen Sinn hat es, Menschen herzustellen? Außer Neid? Nein, es ist die Angst vor dem Tod und die Hoffnung auf ewiges Leben , evtl durch Klone oder durch eigene Kinder. mehr...

22.11.2008 von Jörn Bünning:

Klar wie immer - was bliebe von dieser Welt ohne den Neid?? :-) Ethik und Moral waren ja leider nie die Forderung der forschen Forscher, leider auch unter Medizinern. Man kann die Erfindung der Guilliotine als einen Akt der [...] mehr...

22.11.2008 von moordruide: Forschung

Ethik und Moral sind die Forderungen derjenigen, die sich nicht trauen. Und natürlich wie immer Neid. mehr...

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