Berlin - Es war ein Zufallsfund. Im österreichischen Neumarkt-Pfongau in der Nähe von Salzburg graben Archäologen derzeit einen Großbauernhof, eine Villa Rustica, aus der Römerzeit aus: Auf 5000 Quadratmetern legen sie nach und nach Wirtschaftsgebäude, Ställe und ein großes Lagerhaus frei. Große Überraschungen erwarteten sie nicht. Der Hof war zwar recht groß, zählte aber wohl noch zum Standard in der römischen Provinz Noricum.
Doch nun gelang den Forschern eine überraschende Entdeckung: "In der Ecke eines Speicherbaus haben wir in einer Grube unter Fußbodenniveau eine Venus-Statue aus Bronze gefunden", sagt der Salzburger Landesarchäologe Raimund Kastler im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Die aus Sachsen stammende Studentin Andine Komorowski legte die altrömische Liebesgöttin frei, die fast vollständig erhalten ist - weil sie rund 2000 Jahre unberührt im Boden steckte. Die Statuette ist bis auf ein Diadem vollständig nackt, und bedeckt sich mit der linken Hand den Schoß.
Neben der rechten Hand fehlt der zwölf Zentimeter hohen Figur allerdings etwas durchaus Entscheidendes: "Die Füße wurden bereits in antiker Zeit abgetrennt", sagt Archäologe Kastler. Das spreche dafür, dass die Göttin an anderer Stelle gestanden habe, bevor sie im Boden vergraben wurde. "Es könnte sich auch um ein Bauopfer handeln", mutmaßt der Archäologe - eine sogenannte Alma Venus. Nun hoffe man auf genauere Erkenntnisse bei den weiteren Untersuchungen.
chs
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