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20.08.2008
 

Nach durchgemachter Nacht

Dopamin verhindert Einschlafen

Es ist paradox: Der Mensch ist nach einer schlaflosen Nacht vollkommen übermüdet - aber er findet keinen Schlaf. Schuld daran ist der Botenstoff Dopamin, wie Forscher jetzt herausgefunden haben.

Wer öfters mal eine Nacht durchmacht, kennt die Situation wahrscheinlich genau: Der Körper ist matt, man sehnt sich nach Schlaf, aber im Bett findet man nicht so recht Ruhe. US-Forscher haben nun die Ursache dieses Phänomens entdeckt. Das Einschlafen fällt schwer, weil der Körper die Menge des Gehirnbotenstoffs Dopamin hochfährt.

Nachts Party, früh ins Büro: Das Einschlafen fällt schwer, das Denken auch
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Nachts Party, früh ins Büro: Das Einschlafen fällt schwer, das Denken auch

Mit dem erhöhten Dopaminniveau aktiviere der Körper seine Aufmerksamkeitsreserven, obwohl die Glieder müde seien und das klare Denkvermögen reduziert sei, berichtet Nora Volkow vom amerikanischen Institute of Drug Abuse in Bethesda. Ähnlich wirken Aufputschdrogen wie Amphetamine, die ebenfalls den Dopaminspiegel erhöhen und zu Schlaflosigkeit führen. In beiden Fällen stiegen mit der Wachheit allerdings nicht die kognitiven Fähigkeiten, schreiben die Forscher im Fachmagazin "Journal of Neuroscience" (Ausgabe vom 20. August).

Volkows Team hatte bei 15 gesunden Testpersonen untersucht, wie sich Schlafentzug auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Jede Testperson musste in einem Versuchsteil eine Nacht durchmachen und durfte in einem anderen Versuchsteil durchschlafen. Am Morgen danach durchleuchteten die Wissenschaftler die Gehirne der Probanden mit der sogenannten Positronen-Emissionstomografie (PET). Mit diesen PET-Scans können Stoffwechselvorgänge im Gehirn beobachtet werden.

Nach der durchwachten Nacht war das Dopaminniveau in zwei Gehirnarealen, im Striatum und im Thalamus, deutlich erhöht: Diese Gehirnregionen sind zuständig fürs Motivieren, Belohnen und für die Aufmerksamkeit. Mit der durchwachten Nacht nahm aber gleichzeitig auch das Gefühl der Müdigkeit zu. Die Fähigkeit zum klaren Denken sackte deutlich ab, wie die Forscher durch Sehübungen und Gedächtnistraining nachwiesen.

Mit der Dopaminausschüttung versuche der Körper, die Müdigkeit und Abgeschlagenheit zu kompensieren, was jedoch nur unvollständig gelinge, schließen die Wissenschaftler. In weiteren Studien wollen sie untersuchen, wie der Körper mit seiner Dopaminausschüttung auf chronischen Schlafentzug und häufige Schlafstörungen reagiert.

hda/ddp

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