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25.08.2008
 

Bakterien

Neuer Mechanismus für Antibiotika-Resistenz entdeckt

In Krankenhäusern bedrohen resistente Bakterien das Leben von Patienten. Forscher haben nun eine weitere Erklärung für die Wirkungslosigkeit von Antibiotika gegen derartige Erreger entdeckt: ein geschwächtes Protein in der Darmflora.

Das Prinzip der Entstehung von Resistenz ist simpel: Antibiotika wirken nicht gegen alle Bakterien gleichermaßen. Jene, die genetisch begünstigt sind, überleben und vermehren sich ungestört - das Antibiotikum kann ihnen wenig anhaben, manche nutzen es sogar als Futter. Infektionen, die durch resistente Bakterien verursacht werden, sind speziell für Patienten in Krankenhäusern eine große Gefahr. Ihr Immunsystem ist ohnehin schon geschwächt - da hat es ein resistenter Erreger besonders leicht.

Operation in Wanfang Hospital Taipeh (Archivbild): Gefahr resistenter Bakterien in Krankenhäusern besonders groß
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AFP

Operation in Wanfang Hospital Taipeh (Archivbild): Gefahr resistenter Bakterien in Krankenhäusern besonders groß

Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass resistente Bakterien besonders gut gedeihen, weil wegen der Schädigung der Darmflora durch das Antibiotikum eine nährstoffreiche Nische für sie entstanden ist. US-Forscher haben nun bei Experimenten mit Mäusen eine weitere Erklärung für die Ausbreitung solcher Erreger gefunden. Die Tiere wiesen nach einer Antibiotika-Behandlung geringere Mengen eines Darmproteins auf, das solche gefährlichen Bakterien unschädlich machen kann, schreiben die Wissenschaftler um Eric Pamer vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center in New York im Fachmagazin "Nature" (Online-Vorabveröffentlichung).

Das körpereigene Darmmolekül Reg3g ist an der Immunabwehr beteiligt, indem es Bakterien im Dünndarm abtötet. Auf diese Weise spielt es eine wichtige Rolle für den Schutz des Wirts vor Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind. Diese Funktion wird jedoch gerade durch die Gabe von Antibiotika gestört, wie die Forscher in ihren Experimenten nachweisen konnten. Die Wissenschaftler behandelten dabei die Mäuse mit einem Breitbandantibiotikum und untersuchten die Produktion dieses Proteins im Dünndarm der Tiere. Innerhalb von drei Tagen nach Beginn der Behandlung mit Antibiotika fanden die Forscher eine deutliche Verminderung der Produktion von Reg3g.

Die Entdeckung könnte gefährdeten Patienten in Krankenhäusern eines Tages sogar helfen, glauben die Forscher. Eine Therapie, die die Menge dieses nützlichen Eiweißes erhöhe, lasse sich womöglich zur Abwehr von Infektionen mit resistenten Bakterien einsetzen, schreiben sie.

hda/ddp

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