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11.09.2008
 

Klage gegen Beschleuniger

Kölner Gericht weist Eilantrag gegen LHC ab

Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt darf weiter genutzt werden: Das Verwaltungsgericht Köln lehnte den Eilantrag einer in Zürich lebenden Deutschen ab. Sie wollte die Bundesregierung verpflichten, als Mitbetreiberin den Betrieb des LHC in Genf zu stoppen.

Köln - Die Gegner des größten Teilchenbeschleunigers der Welt sind erneut mit einer Klage vor Gericht gescheitert. Eine Deutsche, die in der Schweiz lebt, hatte am Verwaltungsgericht Köln einen Eilantrag gegen den Betrieb des Large Hadron Collider (LHC) gestellt.

Die Klägerin befürchtet, dass bei dem Experiment Schwarze Löcher entstehen, die eines Tages die gesamte Erde vernichten könnten. Im Eilverfahren wollte sie deshalb die Bundesregierung verpflichten, ihre Delegierten im Rat der Europäischen Kernforschungsorganisation Cern zu einer Initiative gegen den Betrieb des LHC zu veranlassen.

Das Verwaltungsgericht lehnte den Antrag jedoch ab. Die von der Antragstellerin befürchtete Gefahr werde von der überwiegenden wissenschaftlichen Meinung verneint, so die Richter. Deshalb komme der Erlass einer einstweiligen Anordnung nicht in Betracht. Gegen den Beschluss kann die Klägerin innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. Ende August war ein Eilantrag am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert, mit dem drei Kläger den LHC-Start verhindern wollten.

Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt war am Mittwoch in Betrieb gegangen. Cern-Forscher haben erfolgreich die ersten Protonenstrahlen durch den 27 Kilometer langen Ringtunnel bei Genf geschickt. Von den Experimenten erwarten die Physiker Antworten auf grundlegende Fragen nach der Entstehung und dem Aufbau des Universums.

Im LHC werden in den kommenden Monaten Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zur Kollision gebracht. Dabei entsteht ein Zustand wie unmittelbar nach dem Urknall. Auch ungelöste Fragen zu Antimaterie und zum rätselhaften Higgs-Boson, das der Materie ihre Masse verleiht, hoffen die Forscher mit Experimenten am LHC klären zu können.

hda/AP/ddp

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