Oxford - Isoflavone sind Pflanzenfarbstoffe und kommen unter anderem in Sojabohnen und Kichererbsen vor. Chemisch ähneln sie dem Hormon Östrogen.
Sojabohnen: Wirkstoff aus Hülsenfrüchten ähnelt dem Effekt des Hormons Östrogen
Die Mediziner hatten 50 Probanden zwölf Wochen lang täglich 80 Milligramm Isoflavone gegeben. Das habe die Arbeit von Endothelzellen in den Aderwänden erheblich verbessert, berichteten sie später. Endothelzellen erzeugen unter anderem Stickstoffmonoxid, das wichtig ist, um den Blutdruck zu steuern.
Es sei noch nicht ganz geklärt, wie die Isoflavone diese Veränderungen auslösten, räumt Tse ein. Der Naturstoff hat eine chemische Struktur, die der des Hormons Östrogen ähnelt, das vor Herzkrankheiten schützt. Das könne eine mögliche Begründung sein, hieß es. In ihrer Studie hatten die Forscher vor allem eine entzündungshemmende Wirkung der Isoflavone bemerkt. Die Wissenschaftler überprüften ihre Ergebnisse, indem sie 52 weiteren Versuchsteilnehmern ein Placebo verabreichten.
Zudem fanden Tse und sein Team heraus, dass die zwölfwöchige Behandlung einen deutlichen Rückgang eines Eiweißes (C-reaktives Protein) auslöste, das auch eine erhöhte Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anzeigt.
Die Autoren stellen jedoch auch fest: "Der Effekt der Behandlung mit Isoflavonen in unserer Studie ist vergleichbar mit Änderungen des Lebensstils, wie etwa Ausdauertraining." Eine ausgewogene Ernährung ist noch immer die oberste Priorität, um gesund zu bleiben. "Eine Ernährung mit höherem Sojagehalt könnte jedoch aufgrund der Isoflavonoide förderlich sein."
Dass es ratsam ist, Isoflavone über die normale Nahrung und nicht unbedingt als Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen, darüber hatte im vergangenen Jahr das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) berichtet. Sie sind - zumindest unter bestimmten Bedingungen - aufgrund ihrer schwachen hormonähnlichen Wirkung nicht ganz ungefährlich: "In toxikologischen Untersuchungen zeigte sich, dass Isoflavone, wenn sie in isolierter oder angereicherter Form und hoher Dosierung gegeben werden, die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen und das Brustdrüsengewebe verändern können", hieß es in einer BfR-Stellungnahme.
Es sei nicht auszuschließen, dass der Stoff auch die Entwicklung von Brustkrebs fördern könne. "Notwendige Langzeitstudien, die die Sicherheit von isoflavonhaltigen Präparaten belegen, liegen nicht vor." Auch könne eine Dosis, die noch als sicher gilt, derzeit nicht verlässlich festgelegt werden.
chs/dpa
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