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23.09.2008
 

Schaden am LHC

Beschleuniger steht bis zum Frühjahr 2009 still

Der Schaden am LHC ist komplizierter als angenommen: Deshalb kann der mächtigste Teilchenbeschleuniger der Welt erst im Frühjahr kommenden Jahres wieder gestartet werden.

Genf - Vor der für Mitte November geplanten mehrwöchigen Wartungspause könnten die Reparaturen am Large Hadron Collider (LHC) nicht abgeschlossen werden. Das teilte die Europäische Organisation für Kernforschung (Cern) in Genf mit. Der am vergangenen Freitag aufgetretene Schaden an der größten Forschungsmaschine der Welt sei komplizierter als zunächst angenommen.

Der betroffene Sektor müsse für die Arbeiten zunächst über mehrere Wochen erwärmt werden, nach Abschluss der Reparatur müsse der LHC über den Zeitraum eines Monats wieder abgekühlt werden. Dieser Prozess würde bis zum Beginn der Wartungspause dauern, die routinemäßig im Winter stattfinde, erklärte Cern-Sprecher James Gillies. In diesem Zeitraum werden unter anderem die Kompressoren der riesigen Kryo-Anlagen überholt.

Die Wartungspause liegt im Winter, weil dann die Strompreise besonders hoch sind. So spart das Europäische Kernforschungszentrum Cern viel Geld, denn der Beschleuniger verbraucht im Betrieb so viel Energie wie eine Kleinstadt. Im LHC muss eine Betriebstemperatur von minus 271,3 Grad herrschen. Die Wiederaufnahme des Betriebs im Frühjahr dürfte aber rasch erfolgen, sagte Gillies.

Der Teilchenbeschleuniger musste bereits 36 Stunden nach der Einweihung am 10. September wegen eines Problems an einem Transformator abgeschaltet werden. Am Freitag war erneut ein Problem aufgetreten, als Ursache wurde eine fehlerhafte Elektroverbindung zwischen zwei Magneten vermutet.

Die Forscher erhoffen sich von dem 27 Kilometer langen Tunnel bei Genf Antworten auf grundlegende Fragen nach der Entstehung und dem Aufbau des Universums. Im LHC sollen die Bausteine der Materie auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und kontrolliert zur Kollision gebracht werden. Dabei kommt es zu einem Zustand wie unmittelbar nach dem Urknall, als das Universum entstand. Der vier Milliarden Euro teure LHC ist eine der komplexesten jemals gebauten Anlagen.

als/AP/dpa

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