Verschiedene Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass Frauen während ihrer fruchtbaren Tage meist attraktiver wirken. So ist etwa bekannt, dass sich die Hautfarbe bei Frauen zur Zeit des Eisprungs etwas aufhellt, weiche Körperteile wie Brüste, Ohren und Finger symmetrischer werden und Männer das Gesicht sowie den Körpergeruch einer Frau während deren fruchtbarer Phase anziehender finden. Für die Erkenntnis, dass Stripperinnen an ihren fruchtbaren Tagen mehr Geld verdienen, hatten Wissenschaftler der University of New Mexico kürzlich sogar den satirischen "Ig-Nobel-Preis" erhalten.
Jetzt hat sich herausgestellt, dass Frauen auch mit höherer Stimme sprechen, je näher der Eisprung rückt. Das hätten Tests mit 69 Probandinnen gezeigt, berichten Wissenschaftler der University of California in Los Angeles in den "Biology Letters" der britischen Royal Society. Besonders deutlich war die Veränderung der Stimme demnach an den beiden Tagen vor dem Eisprung, der fruchtbarsten Zeit im Monatszyklus, wie die Forscher Gregory Bryant und Martie Haselton schreiben. Eine höhere Stimmlage gilt gewöhnlich als attraktiver.
Für die Stimm-Studie hatten die Kalifornier den Eisprung der Probandinnen im Alter von 18 bis 39 Jahren mit Hormontests gemessen. An Tagen hoher und niedriger Fruchtbarkeit wurden ihre Stimmen aufgenommen. Die Frauen sprachen dabei den Satz "Hi, I'm a student at UCLA" (Hallo, ich bin ein Student an der UCLA) und Vokale wie "E", "A" und "O". Nach Auswertung der Tonfrequenzen schlug sich die Fruchtbarkeit der Sprecherin nur bei dem ganzen Satz in der Stimmlage nieder, nicht aber bei den einzelnen Vokalen. Daraus schließen die Forscher, dass die weiblichen Stimmsignale vor allem in geselligen Situationen Gehör finden. Die Stimmveränderungen seien nur geringfügig, aber wahrscheinlich ausreichend, um von Männern unbewusst wahrgenommen zu werden.
Dass männliche wie weibliche Probanden die Stimme von Frauen an deren fruchtbaren Tagen tatsächlich schöner finden, hatte bereits ein Versuch von Wissenschaftlern der State University of New York in Albany gezeigt. Die im Juni vorgestellte Studie hatte jedoch die genauen Ursachen dafür nicht untersucht. Die jüngste Untersuchung sehen Bryant und Haselton nun als Beleg dafür, dass der Eisprung die weibliche Stimme tatsächlich verändert.
hda/dpa/AFP
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