Sonntag, 22. November 2009

Wissenschaft



  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
  • Merken
04.11.2008
 

Trotz Händewaschen

Bakterien lieben Frauenhände

Die Hände von Frauen beherbergen eine deutlich höhere Anzahl unterschiedlicher Bakterientypen als Männerhände. Das haben US-Forscher herausgefunden. Dabei hatten sich gerade die Probandinnen besonders häufig die Hände gewaschen.

Washington - Statistisch gesehen kommen auf jede Zelle unseres Körpers zehn Lebewesen, die uns besiedeln: Viren, Pilze - und vor allem Bakterien. US-Forscher haben sich nun einmal besonders genau die Bakterien gesehen, die auf der Hand leben.

Vorsicht beim Handkuss: Im Schnitt leben mehr als 150 Bakterienarten auf einer Studentenhand.
Zur Großansicht
Getty Images

Vorsicht beim Handkuss: Im Schnitt leben mehr als 150 Bakterienarten auf einer Studentenhand.

Die Wissenschaftler um Noah Fierer von der Universität von Colorado in Boulder hatten Abstriche beider Handflächen von 51 Freiwilligen genommen, nachdem diese eine Prüfung geschrieben hatten.

Anschließend sequenzierten die Forscher Teile des Genoms der mikroskopisch kleinen Lebewesen, die sie auf der Haut der Probanden entdecken konnten. In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift " Proceedings of the National Academy of Sciences" berichten die Forscher über ihre Ergebnisse:

  • Bei der Sequenzierung der gesammelten Bakteriengene fanden die Forscher eine überraschende Vielfalt. Mehr als 150 verschiedene Arten lebten auf einer durchschnittlichen Studentenhand. Insgesamt konnten die Forscher 4742 unterschiedliche Mikrobenarten nachweisen; nur fünf davon fanden sich auf allen Händen.

  • Der Bakterienbestand der rechten und der linken Hand ein und derselben Person ist höchst unterschiedlich. Nur 17 Prozent der Bakterientypen waren gleichzeitig auf beiden Händen vorhanden.

  • Die winzigen Bewohner haben je nach Art eine Vorliebe für Frauen- oder Männerhände. Einige Bakterientypen, die bei beiden Geschlechtern anzutreffen waren, fanden sich bis zu viermal häufiger auf den Händen der Studentinnen als bei ihren männlichen Kollegen. Auch die Anzahl unterschiedlicher Typen war bei Frauen höher.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass pH-Wert, Schweiß, Kosmetika, Hautdicke oder die Talgproduktion dabei eine Rolle spielen. Sie untersuchten auch die Auswirkungen des Händewaschens auf die Bakterienkolonien. Während sich manche Sorten erst nach einiger Zeit erneut vermehrten, waren andere Typen nach der Reinigung besonders präsent.

Generell ändert sich zwar die Zusammensetzung der Bakterienpopulation auf den Händen nach dem Waschen, die Vielfalt bleibt jedoch nahezu konstant. Obwohl sich die Studentinnen nach eigenen Angaben häufiger die Hände wuschen als ihre Kommilitonen, waren manche Bakteriensorten bei Frauen trotzdem häufiger anzutreffen. Somit ließen sich die unterschiedlichen Häufigkeiten der Mikroben nicht allein durch einen unterschiedlichen Sinn für Hygiene erklären, sagen die Forscher.

chs/ddp

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH












Service von SPIEGEL-ONLINE-Partnern