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20.11.2008
 

DNA-Analyse

Forscher wollen Kopernikus' Knochen identifiziert haben

Dass die Erde um die Sonne kreist, begann Europa dank Nikolaus Kopernikus zu akzeptieren. Nun glauben Wissenschaftler, die sterblichen Überreste des Astronomen mit Hilfe einer Erbgutanalyse endlich identifiziert zu haben. Ein Rest Unsicherheit aber bleibt.

Eine altes Rätsel ist anscheinend gelöst: Forscher glauben, mit großer Wahrscheinlichkeit die sterblichen Überreste des Astronomen Nikolaus Kopernikus identifiziert zu haben. Neue Erbgutanalysen deuten darauf hin, dass die Knochen, die polnische Archäologen vor drei Jahren ausgegraben haben, tatsächlich die von Kopernikus sind.

Kopernikus-Rekonstruktion: Chance von eins zu 250, dass Übereinstimmungen zufällig sind
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AFP

Kopernikus-Rekonstruktion: Chance von eins zu 250, dass Übereinstimmungen zufällig sind

Als sicher gilt: Kopernikus wurde im Jahr 1543 in der Kathedrale der nordpolnischen Stadt Frombork (Frauenburg) bestattet. Aus zeitgenössischen Schilderungen war die ungefähre Lage des Grabes bekannt. Weil die Kirche aber während der Schwedenkriege schwer verwüstet wurde, fürchteten Archäologen, dass sie die sterblichen Reste nie mehr finden würden.

Vor drei Jahren präsentierten sie dann einen Verdächtigen. Mit Hilfe von Polizeiexperten wurde das Antlitz von Kopernikus rekonstruiert. Doch der entscheidende Nachweis fehlte noch: Stammten die Knochen aus dem Dom tatsächlich von dem Astronomie-Revolutionär, der - etwa im Unterschied zu Galileo Galilei - niemals Ärger mit der Inquisition hatte?

Die Archäologen gruben auch nach den Überresten des ebenfalls in der Kirche bestatteten Bischofs Lukas Watzenrode. Er war Kopernikus' Onkel und hätte den entscheidenden genetischen Hinwies liefern können - doch die Bemühungen schlugen fehl. Auch Untersuchungen an einem Bluttropfen auf einer Manuskriptseite im vergangenen Jahr endeten ohne den endgültigen Beweis.

Jetzt aber gibt es eine neue Genanalyse, die das Kopernikus-Rätsel lösen soll. In einem Manuskript, das Kopernikus einst gehört haben soll, entdeckte die schwedische DNA-Expertin Marie Allen zwei Haare. Wie der schwedische TV-Sender SVT berichtet, konnte aus den Haaren, die in einem Kalender mit Randnotizen steckten, Erbgut isoliert werden - und es habe die gleichen Merkmale aufgewiesen wie die Gene aus dem Skelett von Frombork.

Der polnische Archäologe Jerzy Gassowski und die schwedische DNA-Expertin Marie Allen sagten bei einer Pressekonferenz am Donnerstag, dass sie nunmehr mit großer Wahrscheinlichkeit die Knochen aus Frombork Kopernikus zuordnen können. Es gebe allerdings eine Chance von eins zu 250, dass die Übereinstimmungen rein zufällig sind, sagte Allen. Für einen Beweis vor Gericht würde das nicht ausreichen, gestehen die Wissenschaftler ein. Sie geben sich dennoch zuversichtlich, das Rätsel endgültig gelöst zu haben.

chs/AP

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