Der reich verzierte vierrädrige Wagen aus Bronze stamme aus dem zweiten Jahrhundert, erklärte Ausgrabungsleiter Weselin Ignatow. Das Grab habe vermutlich einem wohlhabenden thrakischen Adligen gehört, da der Tote mit seinen Besitztümern bestattet worden sei. Die Archäologen wurden nahe des Ortes Karanowo im Südosten des Landes fündig.
Über ganz Bulgarien sind rund 10.000 thrakische Grabhügel verstreut. Doch die staatlichen Archäologen haben oft Probleme, die in ihnen verborgenen Schätze rechtzeitig zu bergen. Allzu oft schlagen Gabräuber zu, beklagen sie. Sie seien weit besser ausgestattet als die offiziellen Forschertrupps. Ignatow und seine Kollegen gehen davon aus, dass bis zu 90 Prozent der Grabhügel in der von ihnen untersuchten Region bereits von Grabräubern verwüstet und zerstört wurden.
Doch dieses Mal hatten die Archäologen Glück: Mit dem Streitwagen, der mit Szenen aus der Mythologie - darunter ein springender Panther und eine mythologische Figur, die einen Panther und einen Delfin vereint - verziert ist, wurden Gegenstände aus Holz und Leder geborgen. Dabei handelt es sich vermutlich unter anderem um Pferdegeschirre. Die Überreste der Tiere wurden ebenfalls in der Nähe entdeckt.
Bereits im August hatten bulgarische Archäologen in der Region einen Streitwagen aus der Thrakerzeit entdeckt. Er galt damals als das erste vollständige Exemplar seiner Art überhaupt. Auch damals hatten sich die Archäologen darüber beschwert, dass wegen der Grabräuberei fast nie vollständige Funde möglich seien.
Die Thraker lebten von 4.000 vor Christus bis zum sechsten Jahrhundert nach Christus in Bulgarien und Teilen des heutigen Griechenlands, der Türkei, Mazedoniens und Rumäniens. Weil das Volk keine Schriftsprache hatte, gibt es nur wenige Zeugnisse aus dieser zeit - darunter die zahlreichen grabhügel.
chs/AP
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