Von Kirsten Brodde
Der Saft der Küchenzwiebel enthält sogenannte Alliine, die wie ein natürliches Antibiotikum gegen krankheitserregende Keime wirken. Für die Erfahrungsmedizin ist die Wirkung von Zwiebelsaft erwiesen, und viele Eltern erzählen davon, dass sich damit bei Kindern Ohrenschmerzen lindern lassen.
Zwiebeln sollen indes noch andere Wirkungen haben: Aufgrund der knoblauchähnlichen Inhaltsstoffe ist eine Senkung des Blutdrucks sowie des Lipidwertes durch Zwiebelzubereitungen zu erwarten, heißt es im "Handbuch Phytotherapie". In Testanordnungen konnten zudem antimikrobielle, antiasthmatische und antiallergische Eigenschaften nachgewiesen werden.
Deshalb kann Zwiebelsaft auch bei Halsschmerzen, Mandelentzündung und Insektenstichen wirken. Die Kommission E empfiehlt Zwiebeln auch bei Appetitlosigkeit und zur Vorbeugung von Arteriosklerose.
Anwendung: Zwiebelsäckchen für die Ohren: Zwiebel kleinhacken und erwärmen, bis Saft austritt. Saft und Stücke auf einem Baumwolltuch verteilen und auf das schmerzende Ohr legen. Die Zwiebel kann auch kalt gepresst werden. Mit Mütze oder Stirnband das Ohr bedecken. Als Hustensaft: Grob gewürfelte Zwiebel zusammen mit Zucker in ein Schraubglas geben, ein bis zwei Tage stehen lassen. Den dann entstandenen Sirup löffelweise verabreichen.
Risiken und Nebenwirkungen: Zwiebelsaft nicht ins Ohr träufeln oder gar Zwiebelstücke ins Ohr stecken, da sonst das Trommelfell reißen kann. Die Aufnahme großer Mengen Zwiebelsaft kann zu Magenreizung und Blähungen führen.
Wissenschaftliche Beratung: Dr. Michael Teut, Ärztlicher Leiter der Charité Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin; Dr. Alfred Längler, Leitender Kinderarzt am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.
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