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07.03.2009
 

Hypnose in der Medizin

Entspann dich, jetzt kommt das Skalpell

Von Ute Eberle

2. Teil: Operation in Trance

Sportler nutzen Hypnose, um sich Siegesgewissheit einzureden, Brandopfer, um Verbandswechsel zu ertragen, Chemotherapie-Patienten, um Übelkeit zu bekämpfen, Fortpflanzungswillige zur Steigerung ihrer Empfängnisbereitschaft und Schwangere, weil sie Angst und Schmerz bei der Geburt eindämmen wollen.

Patient beim Zahnarzt: "Dein Mund ist wie eine Wohnung, die renoviert wird"
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DPA

Patient beim Zahnarzt: "Dein Mund ist wie eine Wohnung, die renoviert wird"

An der Universitätsklinik im belgischen Lüttich wenden Mediziner häufig eine Kombination aus Hypnose und Beruhigungsmitteln an, um Patienten eine Vollnarkose zu ersparen.

Etwa dreimal pro Woche baut die Anästhesistin Marie Elisabeth Faymonville einen CD-Spieler im Operationssaal auf, stellt sanfte Musik an, gibt dem Patienten eine Lokalanästhesie, zudem per Tropf ein leichtes Sedativ, und versenkt ihn in Trance.

Während Faymonville ruhig über eine Landschaftsbeobachtung erzählt, schneiden die Chirurgen der Klinik durch Haut und Fleisch, operieren Schilddrüsen, liften Gesichter oder brechen Nasen, um sie formschön wieder zusammenzusetzen. Selbst Gebärmütter und Tumoren wurden mithilfe dieser "Hypno-Sedierung" bereits erfolgreich entfernt.

Gelegentlich kommt es sogar vor, dass Patienten auf alle chemischen Mittel verzichten. So konnten britische Fernsehzuschauer im April 2006 live verfolgen, wie sich ein 36-Jähriger an einem Leistenbruch operieren ließ.

Weil der Mann sowohl eine Vollnarkose als auch eine lokale Betäubung ablehnte, saß statt eines Anästhesisten ein Hypnotherapeut neben ihm im Operationssaal. "Tiefer und tiefer", beschwor er, "tiefer und tiefer gehst du in Trance."

Für die Fernsehübertragung teilten die Techniker den Bildschirm in zwei Hälften. Links waren die Hände des Chirurgen zu sehen. Die Zuschauer konnten verfolgen, wie dieser nach dem Skalpell griff, den Bauch aufschnitt und blutverschmiertes Gedärm herauszog. Auf der rechten Bildschirmhälfte war das entspannte Gesicht des Patienten zu erkennen. Die Betäubung per Hypnose funktionierte offensichtlich.

Aber wie ist das zu erklären?

"Die mentale Aufmerksamkeit verengt sich, so wie der Fokus einer Tele-Linse im Vergleich zu einem Weitwinkelobjektiv", sagt der amerikanische Psychiater David Spiegel von der Stanford University, der den hypnotischen Trancezustand untersucht hat.

Viele Menschen erlebten einen ähnlichen Effekt im Alltag, erläutert Marie Elisabeth Faymonville: "Sind Sie schon einmal Auto gefahren und konnten sich hinterher nicht erinnern, was Sie unterwegs gesehen haben? Genau das ist es." In solchen Momenten würden Details der Umwelt nicht mehr bewusst wahrgenommen – das sei auch das Charakteristikum einer Trance.

Hypnotiseure helfen dieser natürlichen Neigung lediglich nach, indem sie den Patienten etwa bitten, sich auf einen Finger oder einen Punkt im Raum zu konzentrieren, bis die Welt um ihn verschwimmt. Anschließend begleiten sie ihn mit Worten auf eine mentale Vorstellungsreise.

Erfahrungen zufolge kann sich fast jeder Mensch hypnotisieren lassen. Nur bei etwa jedem Zehnten gelingt dies nicht oder nur unzureichend – selbst wenn er sich einen Erfolg wünscht. Ebenfalls zehn Prozent der Menschen treten bei einer Hypnose besonders tief weg. Die Veranlagung dazu ist wahrscheinlich vererbt.

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insgesamt 15 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
25.03.2009 von Hypnoticus: An heikob8:

Schön, Sie haben Verbesserungspotential gefunden. Danke für den Hinweis. Den Rest kann ich nicht nachvollziehen - speziell wenn Sie sich schon über Leute die Ihre Sprache sprechen lustig machen, so beweisen Sie eigentlich [...] mehr...

24.03.2009 von DiePraxis: kurs

Hello Hypnoticus, ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Einerseits sagen Sie : >Woher kommt denn eigentlich die Garantie, dass ein Dr. >Titel auch garantiert, dass ich einen kompetenten >Hypnosetherapeuten vor mir [...] mehr...

12.03.2009 von DiePraxis: Individuelle Befindlichkeit in der Therapie

>>Ich hatte mal in meiner Marburger Zeit eine sehr eidrige Zahnentzündung. Mein Zahnarzt führte eine Lachgasnarkose aus. Nach einiger Zeit der Einwirkung sollte ich meinen Namen nennen, den Arm heben, etc. Es ging nicht! Ich [...] mehr...

11.03.2009 von Hypnoticus: Herausforderung!

Gerne mache ich Ihnen unbekannterweise einen Vorschlag: Melden Sie sich zu einem meiner Kurse an. Sie müssen nichts bezahlen. Vollkommen gratis - was gratis ist, hat ja aber bekanntlich keinen Wert...aber hier kommt deshalb [...] mehr...

11.03.2009 von adsum: Schmerzbekämpfung mit Hypnose oder Chemie?

Zustimmung! Ich habe nur aus meinen Erfahrungen in den 50ern berichtet und habe mich der Chemie beruflich zugewandt. Da ich kein Zahnarzt, Mediziner, Psychologe, Heilpraktiker etc. geworden bin, brauche ich das Werkzeug der [...] mehr...

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