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08.12.2008
 

Teilchenbeschleuniger LHC

Reparatur kostet 22 Millionen Euro - Start erst im Juli 2009

Weitere Verzögerung beim Teilchenbeschleuniger LHC in Genf: Frühestens im Juli kann das riesige Experiment starten. Die Reparatur wird 22 Millionen Euro kosten. Im September war der Beschleuniger nach wenigen Tagen Testbetrieb bei einem Kurzschluss stark beschädigt worden.

Schlechte Nachrichten für die Teilchenphysiker: Die Reparatur des Beschleunigers LHC am Genfer Kernforschungszentrum Cern wird sich bis zum Juni 2009 hinziehen. Vor Juli 2009 sei eine Inbetriebnahme nicht möglich, teilte die Cern-Pressestelle mit. Die Reparaturkosten werden sich auf 22 Millionen Euro summieren, sollen jedoch aus dem laufenden Haushalt des Forschungszentrums bezahlt werden.

Am 19. September musste der Beschleuniger, der erst neun Tage zuvor in Betrieb gegangen war, nach einem Kurzschluss abgeschaltet werden. Durch eine schlecht gelötete Verbindung flossen Tausende Ampere, ein Loch im mit flüssigem Helium betriebenen Kühlsystem entstand. In der Folge traten mehrere Tonnen des Edelgases aus, weitere Schäden an der Kühltechnik entstanden.

In dem betroffenen Sektor 3-4 seien umfangreiche Reparaturarbeiten nötig, teilte das Cern mit. So müssten 53 der insgesamt 209 Magneten in dem Segment ausgebaut und an die Erdoberfläche gebracht werden. Der Teilchenbeschleuniger befindet sich in einem unterirdischen Ring von 27 Kilometern Umfang.

Dipol-Magnete halten die mit nahezu Lichtgeschwindigkeit rasenden Protonen auf der Kreisbahn. Dazu müssen sie allerdings in einen supraleitenden Zustand gebracht werden. Dies übernimmt flüssiges Helium mit einer Temperatur von 1,9 Kelvin, was minus 271 Grad Celsius entspricht. Wenn die Kühlung nicht reibungslos arbeitet, sind keine Kollisionsexperimente im LHC-Ring möglich. Die Kryotechnik gilt deshalb als Achillesferse des Experiments.

Doch nicht nur Magneten müssen untersucht und instandgesetzt werden. Die Cern-Wissenschaftler wollen auch 160 Kilometer Kabel neu verlegen, um die supraleitenden elektrischen Verbindungen künftig besser überwachen zu können.

Die umfangreichen Reparaturen bedeuten für manchen Forscher eine Zwangspause - einige warten schon seit Jahren auf den baldigen Beginn der Experimente, bei denen Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit zusammenstoßen. Von den Experimenten erhoffen sich die Wissenschaftler Aufschluss über Fragen wie die Entstehung des Universums und die Struktur der Materie.

hda

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