Chinesische Wissenschaftler haben Rotwein unter Strom gesetzt - und mit dem Ergebnis selbst Feinschmecker verblüfft. Elektrische Felder können offenbar den Reifeprozess von Rotwein dramatisch beschleunigen und selbst kaum genießbaren Billigwein schmackhaft machen, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist". Die chemischen Reaktionen, die das Aroma des Rebensafts ausmachen, werden demnach durch die elektrischen Felder angestoßen, so dass innerhalb von wenigen Minuten die Qualität traditionell gereifter Weine erreicht wird.
Rotwein: Reaktionen zwischen Alkohol und den Säuren des Weins schneller abgelaufen
Anschließend testeten zwölf Sommeliers den Wein - und alle zeigten sich positiv überrascht von dem Resultat. Um sicherzugehen, unterzogen die Forscher den Wein einer chemischen Analyse. Die Reaktionen, die zwischen dem Alkohol und den Säuren des Weins stattfinden, waren demnach schneller abgelaufen als bei dem natürlichen Reifeprozess. Bei diesem Vorgang entstehen Ester, die für das Aroma des Weins sorgen. Außerdem war die Konzentration langkettiger Alkohole reduziert. Diese chemischen Verbindungen sind für unangenehme Gerüche und einen schlechten Geschmack verantwortlich.
Obwohl der genaue Mechanismus, der die Qualitätssteigerung ermöglicht, bisher noch unbekannt ist, haben bereits fünf chinesische Weinkellereien in die Technik investiert. Geräte für den Hausgebrauch werden allerdings nicht so bald zu kaufen sein, meint Xin An Zeng. Die Kalibrierung sei nicht einfach, da zu starke elektromagnetische Felder unerwünschte Substanzen wie etwa Aldehyde produziert.
lub/ddp
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