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23.12.2008
 

Ägypten

Forscher finden Gräber aus der Pharaonenzeit

Archäologen haben in Ägypten zwei Gräber aus der Zeit der Pharaonen entdeckt. Die rund 4300 Jahre alten Grüfte deuten darauf hin, dass die Totenstadt Sakkara südlich von Kairo noch größer war als bislang vermutet - obwohl dort schon seit 150 Jahren gegraben wird.

Die alten Gemäuer wirken beinahe, als wären sie erst wenige Wochen alt - und nicht etwa 4300 Jahre. Die Hieroglyphen, noch heute messerscharf zu erkennen, verraten, wer hier auf die Reise ins Jenseits geschickt wurde. Ein Grab gehörte einer Frau namens Thanah, die für die Sänger bei Hofe verantwortlich war. Über dem Eingang ihres Grabes ist in Stein gemeißelt zu sehen, wie sie an Lotusblumen riecht. Im zweiten Grab lag Yamaat, der unter Pharao Unas den Bau der Pyramiden überwachte und den Transport von Granit und Sandstein organisierte.

Die beiden Gräber, die Archäologen in der Nekropole Sakkara südlich von Kairo ausgegraben haben, seien eine "bedeutende Entdeckung", schwärmte Zahi Hawass, Chef der ägyptischen Altertümerverwaltung. Sie könnten neue Erkenntnisse über die fünfte und sechste Dynastie des Alten Königreichs ermöglichen.

Was den beiden Beamten auf die Reise ins Totenreich mitgegeben wurde, ist allerdings längst verschwunden: Die Gräber wurden vermutlich schon vor langer Zeit geplündert. Hawass ist dennoch äußerst optimistisch: "Die beiden Gräber stellen nur den Anfang eines großen Friedhofs dar. Wir setzen unsere Ausgrabungen fort und werden weitere Grüfte entdecken." Immerhin lägen rund 70 Prozent aller antiken Monumente Ägyptens noch immer unter Sand begraben.

Ähnlich äußerte sich der Archäologe Saleh Suleiman, der für die Entdeckung der beiden Gräber verantwortlich war. Die Tatsache, dass die Grüfte in einer bislang weitgehend unerforschten Gegend lägen, bedeute, "dass der königliche Friedhof größer war, als wir dachten". Aidan Dodson von der University of Bristol, der nicht an den Ausgrabungen beteiligt war, stimmte zu: Die Gräber an sich seien zwar nicht besonders bedeutend, die Möglichkeit einer größeren Nekropole dagegen schon. "Es beweist, dass die weißen Flecken auf den Karten von Sakkara keineswegs leer sind. Bisher wurde dort nur noch nicht gegraben."

Die Ausgrabungen in Sakkara haben bereits vor 150 Jahren begonnen. Seitdem wurden dort zahlreiche Pyramiden und kleinere Gräber gefunden. Erst im November hatte Hawass dort die Entdeckung einer weiteren Pyramide, der inzwischen 118. in Ägypten, bekanntgegeben.

Da Pharao Unas keinen männlichen Erben hatte, bedeutete sein Tod das Ende der fünften Dynastie. Seine Tochter, so nehmen Forscher an, war die Königin des ersten Herrschers der sechsten Dynastie. In jener Zeit versank das Alte Ägypten in Konflikten, die Zentralgewalt verlor an Macht. Mit der Sechsten Dynastie ging um das Jahr 2216 vor Christus auch das Alte Reich unter, das rund 500 Jahre lang bestanden hatte.

mbe/Reuters/AP

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