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30.12.2008
 

Bundesdrogenbeauftragte

Modedroge Spice soll verboten werden

Synthetische Cannabinoide statt harmloser Kräuter: Weil die Modedroge Spice offenbar gefährlicher ist als ihr Ruf, will die Bundesdrogenbeauftragte Bätzing ein schnelles Verbot. Es soll vor allem neugierige Jugendliche schützen.

Die Modedroge Spice soll noch im Januar 2009 verboten werden. Dafür setzt sich die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing ein: "Es ist nicht die harmlose Kräuterdroge, die immer wieder unterstellt wird." Spice - auf deutsch: Gewürz - wird bisher als Kräutermischung oder Räucherwerk verkauft und nicht als Tabak. Daher kann sie theoretisch auch in Kinderhände gelangen. Eine 13-Jährige aus dem bayerischen Bad Reichenhall etwa hatte Spice mit ihren Freunden in einer Wasserpfeife ausprobiert - mit dem Ergebnis, dass sie anschließend mit einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus musste.

Solche Beispiele gibt es mittlerweile viele - nach Ansicht der Drogenbeauftragten birgt die Modedroge große Gefahren für die Gesundheit. Eine Studie im Auftrag der Stadt Frankfurt am Main hatte ergeben, dass Spice eine künstlich hergestellte chemische Substanz aus der Arzneimittelforschung enthält. Das Frankfurter Pharmaunternehmen THC-Pharm hatte die Proben untersucht und das synthetische Cannabinoid JWH-018 gefunden, das in den USA entwickelt worden war. Die Substanz ist der Studie zufolge viermal stärker als der natürliche Cannabis-Wirkstoff THC und verursacht die Rauschwirkung.

"Diese Chemikalie erklärt zu 100 Prozent die Rauschzustände", sagte der medizinische Leiter des Unternehmens, Christian Steup. "Die Pflanzen haben nach meinen Analysen überhaupt keine Wirkung." Als problematisch sieht das Pharmaunternehmen auch die Reinheit des Stoffes, die in keiner Weise garantiert sei. Steup warnt: "Jeder Konsument ist im Prinzip ein Versuchskaninchen."

Damit soll nun Schluss sein: Nach Bätzings Angaben werde Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eine Eilverordnung zum Betäubungsmittelgesetz unterschreiben, so dass das Verbot voraussichtlich Mitte Januar umgesetzt werde. "Die Herstellung, der Handel und der Besitz sind dann verboten", so Bätzing. "Damit ist Spice aus dem Verkehr gezogen." Bundestag und Bundesrat müssen dann innerhalb eines Jahres ein langfristiges Verbot auf den Weg bringen.

Halluzinationen, Bewusstlosigkeit, Abhängigkeit

Die Bundesregierung folgt damit dem Beispiel Österreichs, das vor knapp zwei Wochen den Handel mit Spice verboten hatte. Noch kurz zuvor hatte sich die deutsche Bundesdrogenbeauftragte mit offiziellen Äußerungen weitgehend zurückgehalten: "Man weiß einfach noch zu wenig über Spice, wir möchten die Droge nicht noch bekannter machen", wurde SPIEGEL ONLINE damals auf Anfrage mitgeteilt.

Innerhalb kürzester Zeit hat sich der Kenntnisstand jedoch offenbar verändert: "Man kann Halluzinationen bekommen und das Bewusstsein wird beeinflusst", erklärt Bätzing. "Auch von unerwünschten Wirkungen auf das Herz-, Kreislauf- und das Nervensystem bis zur Bewusstlosigkeit wurde berichtet. Es besteht, je nachdem wieviel man nimmt, auch die Gefahr der Abhängigkeit." Dazu gebe es allerdings noch wenige Zahlen, so die Drogenbeauftragte.

Spice ist seit Monaten heiß begehrt, in ganz Deutschland gibt es Lieferschwierigkeiten. Eine nicht repräsentative Umfrage des Schülerportals spickmich.de, an der fast 11.000 Jugendliche teilnahmen, hat ergeben, dass zwar 45 Prozent Spice kennen, aber lediglich zwei Prozent die Droge schon mal probiert haben und fünf Prozent den Kräuterrausch mal ausprobieren wollen. Spice wird in Tütchen meist für 20 bis 30 Euro verkauft, teils auch teurer.

Die Drogenbeauftragte hatte seit mehreren Monaten ein Verbot geprüft, nun soll es umgesetzt werden. "Wer diese Substanz konsumiert, gefährdet seine Gesundheit. Jeder Handel mit Spice und auch der Erwerb dieser Substanz werden verboten. Wer es trotzdem tut, macht sich strafbar!", erklärte sie.

hei/dpa/AP

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08.03.2009 von Gertrud Stamm-Holz:

Ok. Jetzt zählen wir noch die Toten durch und sind dann am Ziel. Es gibt wirklich gefährliche Drogen, nein, man muss deswegen nicht unbedingt sterben. Die Persönlichkeit richtet sich völlig auf die Droge aus, man lebt mit und [...] mehr...

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