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12.01.2009
 

Knapper Rohstoff

Großes Indium-Vorkommen im Erzgebirge entdeckt

Überraschung im Erzgebirge: Forscher haben dort nach eigenen Angaben eines der größten Indium-Vorkommen der Welt entdeckt. Das Metall, das für Computerchips und Solarzellen benötigt wird, ist ein äußerst knapper und entsprechend begehrter Rohstoff.

Dresden - Im Erzgebirge haben Forscher der Bergakademie Freiberg nach eigenen Angaben eines der weltgrößten Indium-Vorkommen entdeckt. Von dem knappen und teuren Metall gebe es dort rund tausend Tonnen und damit weitaus mehr als bislang bekannt, sagte der Geologe Thomas Seifert der "Sächsischen Zeitung". Damit handele es sich um eine der größten Lagerstätten überhaupt. "Das wird für Europa möglicherweise wirtschaftlich entscheidend sein", sagte Seifert, Lagerstättenforscher am Freiberger Institut für Mineralogie.

Indium gilt als wichtiger Zusatzstoff für die Chipindustrie, die Displayfertigung und die Solarzellenproduktion. Schon jetzt zählt es zu den knappsten Rohstoffen überhaupt: Der Preis hat sich allein in den vergangenen fünf Jahren in etwa verzehnfacht. Bisher wurden die weltweiten Reserven für abbaubares Indium nach Angaben der Bergakademie auf 2800 Tonnen geschätzt.

Wie die Bergakademie auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE mitteilte, wäre ein Abbau des Indiums in der Region Freiberg frühestens in drei Jahren denkbar. "Wenn der Weltmarktpreis weiter steigt, wird der Abbau rentabel." Bisher allerdings wäre das Unterfangen noch zu teuer, da das Indium nicht in Reinform vorliege, was die Gewinnung aufwendig machen würde.

Seifert verwies darauf, dass außer Indium auch noch weitere Metalle wie Zinn, Kupfer, Blei und Wolfram unter der Erde lagerten. Das Erzgebirge an der Grenze zwischen Sachsen und Böhmen hat eine lange Bergbautradition. In der Vergangenheit wurde dort vor allem Silbererz abgebaut.

mbe/AP

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