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20.01.2009
 

Hirnaktivität

Männer können Hunger besser unterdrücken als Frauen

Warum nehmen Frauen bei einer Diät weniger ab als Männer? Diese Frage glauben Wissenschaftler nun beantworten zu können: Messungen zeigten, dass Männer die Aktivität bestimmter Hirnareale stärker drosseln konnten als Frauen - offenbar haben sie ihre Hungergefühle dadurch besser im Griff.

Pizza, Burger, Schokolade - wenn Männer hungrig sind, können sie Verlockungen offenbar besser widerstehen als Frauen. Forscher um Gene-Jack Wang vom Brookhaven National Laboratory im US-Bundesstaat New York haben anhand von Hirnmessungen zeigen können, dass Männer Hungergefühle besser unterdrücken können als Frauen.

Paar im Restaurant: Er kann seinen Hunger besser unterdrücken als sie
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Corbis

Paar im Restaurant: Er kann seinen Hunger besser unterdrücken als sie

Zwar können Frauen wie Männer das subjektive Hungergefühl verdrängen, in ihrem Hirn aber nagt der Hunger weiter. Damit glauben die Wissenschaftler das Phänomen erklären zu können, dass Frauen während einer Diät weniger Gewicht verlieren als Männer. Dies hatte eine frühere Langzeitstudie ergeben.

Die Forscher hatten die Aktivität ausgewählter Hirnregionen bei 23 Probanden untersucht, davon 13 Frauen und zehn Männer, die 17 Stunden gefastet hatten. Anschließend sollten die Teilnehmer entweder an ihre Lieblingsspeise denken, oder mit Hilfe sogenannter kognitiver Inhibition also einer bewussten Unterdrückung ihre Gedanken ans Essen verdrängen. Der Gedanke an das Lieblingsgericht verstärkte bei Frauen und Männern gleichermaßen nicht nur den Wunsch danach, sondern auch die Gesamtaktivität des Gehirns.

Die bewusste Unterdrückung des Hungers führte bei beiden Geschlechtern zu einer Verringerung des Wunsches nach Nahrung. Bei den Frauen allerdings drang dieser Effekt nicht ins Gehirn, das hochaktiv blieb. Bei Männern hingegen führte die Unterdrückung auch zu einer Abnahme der Aktivität der limbischen und paralimbischen Hirnregionen, die unter anderem für Gefühle und Motivation zuständig sind.

Die vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen nach Ansicht der Forscher, dass diese Regionen für die Überwindung des Hungergefühls bedeutsam sind. Ihre Störung begünstigt Übergewicht und Fettleibigkeit, vermuten die Forscher.

lub/AP/dpa

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