Die segensreiche Wirkung von Bewegung ist bekannt. Sogar bei der Behandlung von Krebspatienten empfehlen Mediziner immer häufiger körperliche Aktivitäten wie Wandern statt strikter Bettruhe. Wie unmittelbar ein nur wenige Minuten dauerndes Training bei sportlich inaktiven Menschen wirkt, haben jetzt Mediziner der Heriot-Watt-University im schottischen Edinburgh untersucht.
James Timmons und seine Kollegen verordneten 16 Männern im Alter von 19 bis 23 Jahren, die eher bewegungsarmen Tätigkeiten nachgingen, ein spezielles Programm: Über 14 Tage hatten die Forscher sechs Trainingseinheiten verteilt. Jede bestand darin, auf dem Hometrainer 30 Sekunden lang mit aller Kraft zu radeln. Darauf folgten vier Minuten Verschnaufpause und bis zu fünf weitere Strampelphasen.
Vor und nach dem 14-tägigen Programm erfassten die Forscher den Stoffwechsel der Probanden: Die Testpersonen mussten eine Zuckerlösung zu sich nehmen. Dann entnahmen die Forscher Blutproben, um zu analysieren, wie die Blutzuckerwerte und die Insulinausschüttung darauf reagierten.
Das 14-tägige Intervalltraining führte dazu, dass die Blutzuckerwerte weniger stark anstiegen und weniger Insulin zu ihrer Kontrolle ausgeschüttet wurde als vor dem Training, wie die Forscher im Fachmagazin "BMC Endocrine Disorders" berichten. Der körpereigene Stoffwechsel könne daher besser den Blutzuckerspiegel regeln. Das Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme sei dadurch reduziert, erläutern die Mediziner.
Timmons und seine Kollegen wollen nun überprüfen, ob das intensive Intervalltraining für die Vorsorge vor solchen Erkrankungen geeignet ist. Bei Menschen, die weder Zeit noch Lust haben, wöchentlich stundenlang durch Parks zu joggen, könnten zehn Minuten harte Übung auf dem Heimtrainer oder Laufband ausreichen, um den Stoffwechsel in Schwung zu halten. Allerdings kann eine solche Art der Bewegung vor allem bei älteren Personen oder Menschen mit Arteriosklerose auch gefährlich werden: Eine akute körperliche Belastung könnte die Pumpkraft des Herzens überfordern und zu Angina pectoris oder sogar zum Herzinfarkt führen.
hda/ddp
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