Die Frankfurter Skyline während der letzten von Europa aus sichtbaren totalen Mondfinsternis am 27. September 1997
Hamburg - Die Mondfinsternis wird nach Angaben von Meteorologen vielerorts von Wolken verdeckt sein. Zur Hauptzeit am Freitagmorgen zwischen kurz nach 5.00 Uhr und 6.22 Uhr wird es in Deutschland "mit Sicherheit nicht sternenklar", berichtete Horst Hoyer vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Im Süden und Westen des Landes versperren voraussichtlich dicke Wolken den Blick in den Himmel.
Dennoch hoffen die Forscher, dass das Himmelsschauspiel zumindest kurzzeitig zu sehen sein wird. Glück könnten dabei besonders Menschen im Norden oder Nordwesten haben: Dort sollen einige Lücken in den Wolken den Blick auf das Himmelsereignis frei geben. Wetteraussichten lassen sich online bei Internet-Wetterdiensten wie etwa Donnerwetter abrufen.
Andreas Schütz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin erwartet ebenfalls für kurze Zeit freie Sicht angesichts der knapp eineinhalb Stunden langen totalen Verdeckung des Mondes: "Auch bei einer mehr oder weniger geschlossenen Wolkendecke wird der Wind dafür sorgen, einige Lücken aufzureißen, durch die der Blick auf den Mond dann möglich sein wird." Für alle, die auf Grund der unsicheren Wetterverhältnisse doch nicht früh aus dem Bett wollen, will das Zentrum am Freitag auf seiner Website Bilder bereitstellen, die von Berlin aus aufgenommen werden.
Bei einer totalen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe hintereinander. Der Mond passiert genau den Erdschatten, was nur bei Vollmond geschehen kann. Am Freitagmorgen wird der Mond kurz nach 3.00 Uhr in den Halbschatten der Erde eintreten, was zunächst aber kaum erkennbar sein wird. Erst gegen 4.00 Uhr, wenn der Mond in den Kernschatten der Erde tritt, wird der östliche Rand deutlich dunkler. Um 5.43 Uhr wird der Mond komplett von der Erde verdeckt sein. Die dabei auftretende rötliche Färbung des Mondes wird durch die Erdatmosphäre verursacht, die die Lichtstrahlen der Sonne streut und auf den Mond lenkt. "Das Licht wird in seine Spektralfarben zerlegt", erläutert Schütz. "Zusammen mit der Mondoberfläche kommt es zu einer Farbmischung, die den Mond rötlich erscheinen lässt."
Wenn der Mond von der Erde aus gesehen genau gegenüber der Sonne steht, steigt die scheinbare Helligkeit der Mondoberfläche überraschend stark an. "Für das Auge wird die rötliche Mondoberfläche sichtbar heller", beschreibt Schütz den so genannten Oppositionseffekt, der noch nicht vollständig geklärt ist. Das DLR will deshalb diese Mondfinsternis für weitere Messungen nutzen.
Um 6.22 Uhr endet die totale Phase der Mondfinsternis, der Mond tritt aus dem Kernschatten der Erde aus. Um 7.26 schließlich wird er komplett aus dem Kernschatten herausgekommen sein. In diesem Jahr gibt es eine weitere totale Mondfinsternis am 16. Juli, die aber nur vom pazifischen Raum aus zu sehen ist. Die nächste von Deutschland aus zu beobachtende totale Mondfinsternis sagen Astronomen für den Abend des 9. Januar 2001 voraus.
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