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07.02.2009
 

Künstliche Befruchtung

Sachsen zahlt künftig Zuschüsse

Die Krankenkassen lassen kinderlose Paare künstliche Befruchtungen großteils selbst zahlen - weil immer weniger sich das leisten wollen, greift jetzt der Freistaat Sachsen selbst zur Kasse. Er will nach SPIEGEL-Informationen Zuschüsse geben, um die "soziale Selektion" zu stoppen.

Dresden - Als erstes Bundesland will der Freistaat Sachsen ungewollt kinderlosen Paaren nach SPIEGEL-Informationen anteilig Kosten für künstliche Befruchtungen erstatten. Hintergrund ist ein dramatischer Rückgang der Behandlungen nach dem Start des Gesundheitsmodernisierungsgesetzes 2004.

Schwangere Frau: Hilfszahlungen für kinderlose Paare
DPA

Schwangere Frau: Hilfszahlungen für kinderlose Paare

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen seither nur noch maximal 50 Prozent der Behandlungskosten, nach dem dritten gescheiterten Versuch stellen sie ihre Zahlungen komplett ein. Allein in Sachsen ging die Zahl der künstlichen Befruchtungen von 2003 bis 2007 um rund 1700 zurück. Bundesweit, so die Schätzungen, werden infolge der Gesetzesänderung 6000 Kinder weniger geboren.

"Dies ist nichts anderes als eine soziale Selektion", beklagt Sachsens Sozialministerin Christine Clauß (CDU). Auch mit Blick auf die demografische Situation könne sich das Land diese negative Entwicklung nicht leisten.

Von März an will Sachsen den Eigenanteil der Kinderwunschpaare aus Steuermitteln übernehmen – vorausgesetzt, die potentiellen Eltern sind verheiratet und die Frau ist nicht älter als 40 Jahre. Das Ministerium rechnet mit Ausgaben in Höhe von einer Million Euro.

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