Die Karnevalisten möchten sich nach den vergangenen Tagen vielleicht weniger gern daran erinnern - doch im Grundsatz ist klar, dass Alkohol zumindest in größeren Mengen wenig förderlich für die Gesundheit ist. Eine britische Studie legt nun nahe, dass auch kleine Mengen schon schädlich sein können, jedenfalls bei Frauen. Forscher um Naomi Allen von der University of Oxford berichten im "Journal of the National Cancer Institute", dass selbst moderater Alkoholkonsum das Risiko für mehrere Krebsarten erhöht.
Frau mit alkoholischem Getränk: Selbst moderater Alkoholkonsum erhöht das Risiko für mehrere Krebsarten
Als die Forscher die gesundheitliche Entwicklung der Frauen in den Jahren nach der Befragung untersuchten, konnten sie einen klaren Trend beobachten: Jedes täglich zusätzlich konsumierte Glas erhöhte das Risiko für Darm-, Brust- und Leberkrebs. Bei Raucherinnen stieg auch das Risiko für Krebs in Rachen und Speiseröhre.
Für bestimmte Krebsarten sinkt die Krebsgefahr allerdings mit wachsendem Alkoholkonsum leicht, darunter Schilddrüsen- und Nierenkarzinome sowie Non-Hodgkin-Lymphome. In der untersuchten Gruppe waren nach durchschnittlich sieben Jahren fast 69.000 Krebsfälle zu verzeichnen.
Die Art des konsumierten Getränks scheint keine Rolle zu spielen. Egal ob Wein, Bier oder Schnaps - die Krebsgefahr ist offenbar gleich hoch. Das zusätzliche Risiko ist nach Ansicht der Forscher nicht riesig, aber klar bemerkbar. Im Schnitt erkranken in Industrieländern 118 von 1000 Frauen an einer der betrachteten Krebsarten. Jedes zusätzliche Glas pro Tag erhöht diese Zahl um statistisch gesehen elf Brustkrebsfälle und vier weitere Fälle mit anderen Krebsarten. Insgesamt bringen die Wissenschaftler 13 Prozent der britischen Krebsfälle mit Alkohol in Zusammenhang.
Bislang wurde moderater Alkoholgenuss als eher problemlos angesehen, zum Teil sogar mit positiven Folgen für das Herz-Kreislauf-System in Verbindung gebracht. In Bezug auf Krebs scheint diese Empfehlung allerdings problematisch zu sein. Deswegen warnen US-Forscher vom National Heart, Lung and Blood Institute, dass es keine auch noch so kleine Alkoholmenge gebe, deren Genuss gefahrlos sei.
chs/AP/Reuters
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