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12.05.2009
 

Schweinegrippe

Forscher befürchten zehnmal höhere Zahl von Infektionen

Der Erreger der Schweinegrippe ist britischen Forschern zufolge wesentlich ansteckender als bisher bekannt. Sie haben errechnet, dass allein in Mexiko die Zahl der Infektionen das Drei- bis Zehnfache der offiziellen Angaben betragen könnte - die Pandemie-Warnungen seien völlig berechtigt.

Mexiko-Stadt - Langsam zeichnet sich ein Bild des Schweinegrippe-Erregers H1N1 ab - und es ist nicht wirklich beruhigend. Einige Wochen nach dem Ausbruch der Seuche, die inzwischen auch als "Neue Influenza" bezeichnet wird, beginnen Forscher zu verstehen, wie genau sich der Erreger ausbreitet. Eine neue Studie legt jetzt nahe, dass die Zahl der Infektionen weit höher liegen könnte als bisher angenommen.

Schulkinder in Mexiko-Stadt: "Virus, das mit ziemlicher Sicherheit eine globale Epidemie auslösen wird"
REUTERS

Schulkinder in Mexiko-Stadt: "Virus, das mit ziemlicher Sicherheit eine globale Epidemie auslösen wird"

In Mexiko habe die Zahl der Erkrankten bereits am 30. April bei 6000 bis 23.000 gelegen, schreiben Forscher um Neil Ferguson vom Imperial College in London im Fachmagazin "Science". Die Wissenschaftler hatten statistische Modelle mit Daten über internationale Reisemuster und Infektionen gefüttert. Stimmen die Ergebnisse, dann könnte der Erreger allein in seinem vermutlichen Ursprungsland zehnmal so viele Menschen befallen haben wie offiziell bestätigt. Mexikos Behörden sprechen derzeit von 2059 Erkrankten und 56 Toten.

In den benachbarten USA bezifferten die Gesundheitsbehörden die Zahl der bestätigten Fälle der Schweinegrippe mit 2600. Anne Schuchat vom amerikanischen Seuchenkontrollzentrum CDC schränkte allerdings bereits ein, die Zahl der bestätigten Grippefälle sei vermutlich nur "die Spitze des Eisbergs".

Fergusons Team unterstützt in seinem "Science"-Beitrag ausdrücklich die Linie der Weltgesundheitsorganisation WHO, die auf der Pandemie-Warnskala die Stufe fünf von sechs ausgerufen hat. Bei den vorliegenden Ausbreitungszahlen sei diese Entscheidung angemessen, so die Forscher. "Es ist ein Virus, das mit ziemlicher Sicherheit eine globale Epidemie auslösen wird", sagte Ferguson dem Onlinedienst "Nature News". "Aber es ist nicht das Katastrophenszenario, das Menschen im Fall der Vogelgrippe befürchtet hatten."

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der aktuelle Influenza-Erreger H1N1 ansteckender ist als die normale, saisonale Grippe. Etwa 0,4 bis 1,4 Prozent der Infizierten sterben der Studie zufolge an der Schweinegrippe. Das Virus scheine in etwa genauso gefährlich zu sein wie die H1N1-Variante von 1957. Damit - und das ist wenigstens eine gute Nachricht - wäre es deutlich weniger aggressiv als die Spanische Grippe von 1918/19. Ihr fielen schätzungsweise 40 bis 50 Millionen Menschen zum Opfer.

Das Schweinegrippe-Virus

Der Erreger

Es handelt sich um ein Influenza-A-Virus mit der Bezeichnung H1N1, das sich von Mensch zu Mensch übertragen kann - vor allem durch Händeschütteln, Niesen und Husten. Ein H1N1-Virus war auch der Auslöser der Spanischen Grippe, die zwischen 1918 und 1920 weltweit mindestens 25 Millionen Menschen getötet hat.

Die Symptome

Die Gefahr

Antivirale Mittel

Wandlungsfähigkeit von Grippeviren

Die Forscher schränkten ein, dass die Datenlage zur aktuellen Erkrankungswelle unvollständig sei. Nach den vorliegenden Erkenntnissen sei das neue Virus vermutlich um den 12. Januar erstmals aufgetaucht. Möglich sei aber der gesamte Zeitraum vom 3. November bis 2. März, hieß es in der Untersuchung.

Die Krankheit breitet sich unterdessen weiter aus. Am Dienstag wurden die ersten bestätigten Fälle aus Thailand, Finnland und Kuba gemeldet. Nach Angaben der WHO kamen bislang weltweit mindestens 61 Menschen durch die Schweinegrippe ums Leben, rund 4800 Infektionen wurden bestätigt.

In Mexiko, wo die Schweinegrippe zuerst aufgetaucht war, öffneten am Montag die meisten Schulen und Kindergärten wieder. Millionen von Kindern kehrten in ihre gereinigten und desinfizierten Klassenräume zurück. Viele trugen aber noch Atemmasken.

Immer wieder haben Epidemiologen darauf hingewiesen, dass die Erkrankung in einer zweiten Welle deutlich mehr Fahrt aufnehmen könnte als bisher. Dann wären unter Umständen auch weit mehr Opfer zu befürchten.

chs/AP/AFP

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26.11.2009 von Schwarzfalke: Ach doch...

ich schau immer 'mal hier rein. Einerseits belustigt es mich (rkinfo) oder es wird mir zu viel (Elke Ospert). Generelles Schmunzeln oder Kopfnicken enstehen bei Ihnen und krasso. Also nix für Ungut, ich beobachte alles. ;-) mehr...

26.11.2009 von willhy:

Gute Geschäfte dank Schweinegrippe Eigentlich sah es für die Pharmakonzerne nicht gut aus: Steigende Konkurrenz durch Generika-Verschreibungen drückten auf Umsätze und Gewinne. Doch die Schweinegrippe sorgt für [...] mehr...

26.11.2009 von KPunkt:

...und zwar gleich neben den Verkehrstoten. Die sind nur eine Erfindung der Verkehrsschilderlobby im Verband mit den Ampelherstellern. mehr...

26.11.2009 von KPunkt:

Wissen Sie, was wirklich toll wäre? Wenn Sie wortwörlich, bzw. 1:1 irgendwelche Passagen übernehmen, diese als Zitat kennzeichnen und auch die Quelle anzugeben würde. Ansonsten ist es sehr missverständlich, man [...] mehr...

26.11.2009 von rkinfo:

a) Schon unsere Vorfahren hatte ähnliche Zahlen. Und Epidemien gabs schon immer zu verzeichnen. b) Die Grippesaison in Euro ist der kalendarische Winter und nicht der November oder Sommer (Mallorca 2009). Nur grippale [...] mehr...

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