Verräterisches Radarecho: Mit Messungen aus dem All haben Vincent Kerbaol und Guillaume Hajduch vom Collecte Localisation Satellites (CLS), einer Unterorganisation der französischen Weltraumbehörde CNES, den genauen Verlauf der Frachtschiffrouten in Europa nachgezeichnet. Die Forscher nutzten Messungen des Esa-Satelliten "Envisat" aus sieben Jahren - von 2002 bis 2009-, um daraus eine Karte zu erstellen. Sie zeigt mit noch nie zuvor erreichter Auflösung die Wege der Schiffe sowie stark frequentierte Häfen.
Hajduch entwickelte dafür einen neuen Algorithmus, der die vom Radarecho erzeugten hellen Pixel in Seeregionen automatisch aufspürte. Auch Abgaswerte nutzten die Forscher zur Lokalisierung der Routen. Viele Schiffsmotoren laufen mit verschmutzten Treibstoffen. Die Folge: Schwefel- und Stickstoffdioxid werden in die Luft geblasen. Diese Emissionen können von Satelliten aus dem All aufgespürt und gemessen werden. Die Forscher verglichen die Emissionsdaten mit den Schiffsrouten - und fanden hohe Übereinstimmungen.
Die Ergebnisse der Forscher sind wichtig für die Überwachung des Schiffsverkehrs. Behörden können anhand der Karten überprüfen, ob Sicherheitsvorgaben eingehalten werden - so beispielsweise, ob der notwendige Abstand der Routen zur Küste gewahrt wird.
lub
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