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25.05.2009
 

Aids-Erreger

Auch 2008 mehr HIV-Neudiagnosen in Deutschland

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist auch 2008 gestiegen - allerdings langsamer als in den Vorjahren. Das Robert Koch-Institut in Berlin zählte mehr als 2800 nachgewiesene Ansteckungen - fast doppelt so viele wie im Jahr 2001.

Berlin - Die Ausbreitung von HI-Viren in Deutschland macht Medizinern Sorgen: Die Zahl der neu festgestellten Infektionen bewegt sich weiter auf hohem Niveau. Für das Jahr 2008 sind dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) insgesamt 2806 Fälle gemeldet worden, in denen das Aids-Virus diagnostiziert wurde. Im Vergleich zum Jahr 2007 (2774 Neudiagnosen) bedeute dies einen leichten Anstieg, teilte das Institut am Montag mit.

Welt-Aids-Tag 2008 in Indien (Archivbild): "Prävention und Forschung weiterhin wichtig"
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AFP

Welt-Aids-Tag 2008 in Indien (Archivbild): "Prävention und Forschung weiterhin wichtig"

"Die nach wie vor hohe Zahl zeigt, dass Prävention und Forschung weiterhin wichtig sind", betonte RKI-Präsident Jörg Hacker. Das Institut betonte auch, die Meldungen über HIV-Neudiagnosen spiegelten nicht unbedingt das Infektionsgeschehen wieder, da lange Zeit vergehen könne, bis eine Ansteckung entdeckt wird.

Angaben zum Infektionsweg lagen für 85 Prozent der neu festgestellten HIV-Infektionen vor. Der Anteil derjenigen, die sich durch heterosexuellen Kontakt angesteckt haben, liegt dabei laut RKI unverändert bei 17 Prozent (403 Fälle). Männer, die Sex mit Männern haben, stellen mit 65 Prozent weiterhin die größte Gruppe. Hier blieb die Zahl der Neudiagnosen 2008 (1555) im Vergleich zum Vorjahr (1552) praktisch unverändert. Im Jahr 2007 war in dieser Gruppe noch ein Anstieg um zwölf Prozent registriert worden.

Abweichend wurde allerdings für Berlin von 2007 auf 2008 eine Zunahme der HIV-Neudiagnosen bei Männern insgesamt um sieben Prozent festgestellt. Im Jahr zuvor war bei Männern in Berlin die Zahl der Syphilis-Fälle um 46 Prozent erheblich gestiegen. Auch in Hamburg war im vergangenen Jahr eine solche Syphiliswelle zu beobachten.

Den Experten zufolge gelten steigende Syphilis-Zahlen als Hinweis für einen möglichen Anstieg bei den HIV-Neudiagnosen. Syphilis-Bakterien und andere sexuell übertragbare Erreger führten dazu, dass sich daran Erkrankte leichter mit HIV anstecken oder das Virus leichter weitergeben könnten, hieß es.

hda/ddp

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