Etwa 10.000 Patienten sterben nach Expertenschätzung in Deutschland jedes Jahr durch Krankenhauskeime an Infektionen. "Schwerkranke Patienten sind durch die ganz normalen Alltagskeime besonders gefährdet", sagt der Hygiene-Experte Privatdozent Roland Schulze-Röbbecke von der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität. Da die Erreger durch den massiven Einsatz von Antibiotika eine zunehmende Resistenz entwickelten, forderte der Mediziner einen zurückhaltenden Einsatz der Medikamente. Andere Forscher gehen sogar von rund 40.000 Todesfällen durch Krankenhaus-Infektionen aus, wobei die genaue Ursache oftmals nicht eindeutig zu klären ist.
"Es ist nicht leicht, den Anteil der Infektionen als Todesursache bei schwer kranken Patienten herauszufiltern", erläuterte Schulze-Röbbecke. Experten schätzten jedoch, dass sich bis zu 800.000 der jährlich 12 Millionen Patienten in deutschen Krankenhäusern mit den Keimen infizieren. "Die Erreger führen bei einem geschwächten Immunsystem unter anderem zu Wundinfektionen, Blut-Sepsis und anderen Entzündungen", so der Mediziner.
Schulze-Röbbecke plädiert insbesondere für einen besonnenen Einsatz von Antibiotika, da die Erreger eine ständig steigende Resistenz entwickelten. "Dadurch sind die Infektionen immer schwerer zu behandeln." Zudem müsse das Personal die Vorsorge verbessern. "Das heißt zum Beispiel, dass die Pflegekräfte nach der Behandlung eines infizierten Patienten einen anderen Kittel anziehen sollten", so der Mediziner.
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