Jena/Hamburg - Ist der Schweinegrippe-Erreger schon viel verbreiteter als Mediziner glauben? In Deutschland gibt es bislang knapp 180 bestätigte Infektionen. Doch dies könnte nur die Spitze des Eisbergs sein, meint Peter Wutzler, Professor an der Universität Jena. Der Virologe rechnet mit einer sehr hohen Dunkelziffer an Infizierten, da eine Infektion oftmals ohne oder nur mit geringen Symptomen verlaufe.
Krankenschwester im Krankenhaus Weyertal in Köln: Durchimmunisierung der Bevölkerung?
Das sei in gewissem Sinne sogar ein Vorteil: "Die Ausbreitung ohne Symptome wird auch zur Durchimmunisierung der Bevölkerung führen." Wenn dann viele Menschen immun seien, könne das Virus keine gefährliche Seuche mehr in Europa auslösen. "Ob deshalb Impfstoffe für die gesamte Bevölkerung jemals zum Einsatz kommen, ist noch ungewiss - wenn bis dahin große Teile der Bevölkerung durchimmunisiert sind."
Wutzler ist als Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) auch in die Pandemieplanung des Bundes einbezogen. Die WHO hatte vor wenigen Tagen die höchste Warnstufe 6 ausgerufen. "Ein Problem wäre, wenn das Virus sich mit anderen Grippeviren mischen würde", sagte der Mediziner. "Auf der Südhalbkugel haben wir die Gefahr schon, denn da ist Winter mit entsprechender Zirkulation der saisonalen Grippeviren." Bislang habe sich das Virus noch nicht nachweislich verändert. "Es ist geblieben wie es ist."
Auch nach dem ersten Todesfall durch Schweinegrippe in Europa rechnet der Mediziner nicht mit einer großen Gefahr durch die Erreger. Die britische Patientin sei zusätzlich geschwächt gewesen, betonte Wutzler. Die Schweinegrippe sei in der Regel noch relativ ungefährlich. "Wir müssen bedenken, dass wir auch bei einer normalen Grippewelle etwa 8000 bis 10.000 Todesfälle in Deutschland haben", sagte er.
Zugang zu einem Impfstoff oder zu antiviralen Medikamente hätten laut einer neuen Studie nur knapp zehn Prozent der Weltbevölkerung. Dies berichten der US-Forscher David Fedson und seine Kollegen im Fachblatt "Influenza and Other Respiratory Viruses" (3.4,129-142, Juni 2009). Günstige Generika könnten jedoch das Leben von vielen Menschen retten, schreiben die Forscher weiter. Dazu müssten jedoch jene Medikamente genauer erforscht werden, die Entzündungen hemmen und die Immunantwort verändern. Selbst Studien über Medikamente, die zur Senkung des Cholesterinspiegels oder bei Diabetes eingesetzt würden, könnten hilfreich sein.
hda/dpa
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Gute Geschäfte dank Schweinegrippe Eigentlich sah es für die Pharmakonzerne nicht gut aus: Steigende Konkurrenz durch Generika-Verschreibungen drückten auf Umsätze und Gewinne. Doch die Schweinegrippe sorgt für [...] mehr...
...und zwar gleich neben den Verkehrstoten. Die sind nur eine Erfindung der Verkehrsschilderlobby im Verband mit den Ampelherstellern. mehr...
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a) Schon unsere Vorfahren hatte ähnliche Zahlen. Und Epidemien gabs schon immer zu verzeichnen. b) Die Grippesaison in Euro ist der kalendarische Winter und nicht der November oder Sommer (Mallorca 2009). Nur grippale [...] mehr...
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