Kiel - Es war eine Serie aus Pannen und Peinlichkeiten, die am Ende mehrere Vattenfall-Manager den Job kostete. Am 28. Juni 2007 brannte im AKW Krümmel bei Geesthacht ein Trafo-Häuschen, per Schnellabschaltung wurde der Reaktor heruntergefahren. Vattenfall informierte die Öffentlichkeit nur zögerlich über das, was im Kraftwerk geschehen war, hinzu kamen weitere Störfälle. Die Sicherheit der Kernkraft insgesamt geriet in die Diskussion. Vattenfall sah sich gezwungen, eine Expertenkommission einzusetzen, um die Vorgänge aufklären zu lassen..
Nun hat die Atomaufsicht in Kiel dem Betreiber die Genehmigung für das Wiederanfahren des Reaktors erteilt. Nach umfangreichen Reparatur- und Wartungsarbeiten hatte der Energiekonzern die Anlage am Dienstag für anfahrbereit erklärt und die Genehmigung beantragt.
Bis das Kraftwerk mit voller Leistung wieder Strom liefert, wird es nach Angaben des Betreibers noch mehrere Tage dauern. "Der Prozess, das Kraftwerk hochzufahren, wird sofort gestartet. Aber man muss mit mehreren Tagen rechnen, bis die volle Leistung erreicht wird", sagte eine Vattenfall-Sprecherin. Der Reaktordruck und die -temperatur müssten langsam gesteigert werden, außerdem gebe es rund 60 "umfangreiche Prüfprozesse".
Die zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD) sagte, die Atomaufsicht habe zum Schutz der Bevölkerung strengste Maßstäbe angesetzt. Nachdem alle Mängel beseitigt worden seien, habe Vattenfall einen gesetzlichen Anspruch auf das Wiederanfahren des Reaktors.
hda/dpa
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