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21.06.2009
 

Gesundheitsgefährdung

Verseuchtes Walfleisch an japanischen Schulen

In Japan wird mit Umweltgiften belastetes Walfleisch an Schulkinder verteilt - obwohl die Behörden von den Gesundheitsgefahren wussten. Das geht nach SPIEGEL-Informationen aus einem Arbeitspapier der Internationalen Walfangkommission hervor. In Japan gilt das Fleisch als "Gesundheitskost".

Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, belegt das Dokument des japanischen Walforschungsinstituts, dass die PCB-Konzentration im Fleisch gefangener Zwergwale seit 2002 fast ständig über den in Japan geltenden Grenzwerten lag.

Dennoch laufen seit 2005 Programme, in deren Rahmen Walfleisch als "Gesundheitskost" an Schulen und Krankenhäuser verteilt wird. Anfang 2008 seien beispielsweise zehn Tonnen Walfleisch an 254 Schulen in Yokohama geliefert worden, berichten die Artenschutzorganisationen Ocean Care und Pro Wildlife in ihrem Report "Toxic Menu". "Wale und Delfine sind schwimmende Giftcocktails", warnt die Biologin Sandra Altherr von Pro Wildlife. Viele der Tiere seien stark mit PCB, Quecksilber und DDT-Rückständen belastet.

In anderen Walfangländern hätten die Behörden inzwischen auf die Verseuchung reagiert. "Grindwal kann nicht zum Verzehr empfohlen werden", heißt es etwa in einem Schreiben der Gesundheitsbehörde der Färöer. Der Gehalt an PCB übertreffe internationale Richtwerte um das Zehnfache. Doppelt so viel Quecksilber wie von der EU zugelassen finde sich im Walspeck. Der Verzehr könne zu Bluthochdruck und Arteriosklerose führen, fruchtschädigend wirken und das Parkinsonrisiko erhöhen.

Damit wankt eines der stärksten Argumente der Walfangländer, die ihre Jagd auf die Meeressäuger vor allem mit dem großen Appetit ihrer Landsleute auf Grindwalsteak oder Zwergwalsushi rechtfertigen. "Die Politik der Walfangländer ist verantwortungslos", sagt Altherr. "Der Walfang gefährdet die Bestände, und das Fleisch der Tiere ist giftig; es gibt keinen Grund mehr, Wale zu jagen."

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