London - Insbesondere in London und Manchester breitet sich die Schweinegrippe rasch aus. Allein am Freitag zählten die Gesundheitsbehörden 535 neue Infektionen mit dem H1N1-Virus. Die Zahl der bestätigten Fälle in England sei um fast ein Fünftel auf 3364 angestiegen. Im gesamten Königreich sind es 4323 Fälle.
Mexiko City (4. Mai 2009): Mit Atemschutzmasken versuchen sich Menschen vor einer Infektion zu schützen
Auf dem Musikfestival in der südenglischen Stadt Glastonbury sind drei Besucher am Samstag heimgeschickt worden, nachdem bei ihnen der Grippevirus festgestellt wurde. Die 177.000 Festivalbesucher wurden über den Vorfall informiert.
Großbritannien hat in der EU mit Abstand die meisten Patienten. Es folgt Spanien mit 541 von der Weltgesundheitsorganisation WHO registrierten Fällen. Für Deutschland hat das Robert-Koch-Institut 358 Fälle nachgewiesen. Weltweit sind es nach WHO-Daten knapp 60.000. Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. Juni die Pandemiewarnstufe 6 ausgerufen - und die Schweinegrippe damit zur globalen Seuche erklärt.
Pharmafirmen arbeiten derzeit mit Hochdruck an Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen H1N1-Viren. Das US-Unternehmen Baxter möchte noch im Juli mit dem Verkauf der Arznei beginnen. Wissenschaftler sehen bereits erste Anzeichen für eine Veränderung des Schweinegrippe-Erregers. Mit den bislang milden Krankheitsverläufen könnte es dann vorbei sein, fürchten sie.
In Spanien sind erstmals zwei schwere Fälle von Schweinegrippe aufgetreten, bei denen die betroffenen Kranken in Lebensgefahr schweben. Eine schwangere 19-jährige Marokkanerin wird nach Medienberichten vom Sonntag auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Madrid behandelt. Als "sehr ernst" wurde auch der Gesundheitszustand eines 32-Jährigen in Tarragona im Nordosten des Landes eingestuft.
Beide hatten nach Angaben der spanischen Gesundheitsbehörden vor der Infektion mit dem H1N1-Virus bereits unter einer Erkrankung der Atemwege gelitten. Im Fall der im siebten Monat schwangeren Marokkanerin bereiteten die Ärzte sich darauf vor, zur Rettung des Kindes notfalls einen Kaiserschnitt vorzunehmen.
Thailand hat am Samstag die ersten beiden Schweinegrippe-Toten gemeldet. Sowohl die 40-jährige Frau als auch der 42-jährige Mann hätten an einer schweren Lungenentzündung gelitten, teilte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums in Bangkok mit. Wo sie sich mit dem H1N1-Virus angesteckt hatten, war nicht bekannt.
hda/dpa/AP
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