Aus Ilulissat berichtet Christoph Seidler
Connie Hedegaard scheint zufrieden. Auf dem Ilulissat Eisfjord jagen die Inuit-Jäger mit ihren kleinen Motorbooten zwischen gigantischen Eisbergen herum, die Schlittenhunde vorm Hotel "Arctic" dösen touristenfoto-kompatibel in der Sonne. Und die dänische Energie- und Klimaministerin hat in den Konferenzräumen des westgrönländischen Hotels, so sieht sie es jedenfalls, in insgesamt 16-stündigen Verhandlungen mit Ministern und Staatssekretären aus 30 Ländern einige Steine auf dem Weg zu einem neuen Klimaabkommen weggeräumt: "Anstatt dazusitzen und das zu sagen, was man immer schon gesagt hat, anstatt zu argumentieren, wie man schon 20 oder hundert Mal argumentiert hat, haben die Staaten gesagt: Lasst uns von hier aus einen Schritt weiter gehen", gibt sich Hedegaard überzeugt.
Es ist schwierig nachzuprüfen, ob es tatsächlich Fortschritte gegeben hat. Es geht um den Nachfolger des Kyoto-Protokolls, mit dem - endlich - der Ausstoß von klimaschädigenden Treibhausgasen weltweit verbindlich geregelt werden soll. Ein Gipfel in Kopenhagen soll das Papier, dessen aktueller Entwurf stolze 200 Seiten umfasst, im Dezember beschließen. Und die resolute Ministerin Hedegaard ist dann die Gipfelleiterin - kein Wunder also, dass sie sich in Optimismus übt.
Nach der Klimaklausur in Grönland tagt ab Mittwoch schon die nächste entscheidende Runde: Im italienischen L'Aquila treffen sich die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten. Eines ihrer wichtigsten Themen wird die Vorbereitung des Klimagipfels sein. "Die Staats- und Regierungschefs müssen sich stärker engagieren und klare politische Führung übernehmen", fordert Hedegaard. "Das wird einen positiven Einfluss auf die Verhandlungsführer haben."
Tatsache ist: In diesen Tagen werden die entscheidenden Weichen für den kritischen Gipfel gestellt. Schon jetzt wird festgelegt, ob das Treffen in knapp einem halben Jahr ein Erfolg wird, oder wortreich scheitert. Da mag Optimismus wie der von Hedegaard wichtig sein, denn es gibt noch zahlreiche strittige Punkte. Der Weg in die dänische Hauptstadt ist noch lang.
Am Donnerstag wird es am Rande des G-8-Gipfels auch eine Sitzung des sogenannten Major Economies Forums (MEF) unter Führung von US-Präsident Barack Obama geben. Dabei sitzen die Wirtschafts- und damit auch CO2-Schwergewichte der Welt mit Staaten wie China, Indien und Brasilien zusammen, die ebenfalls beträchtliche Mengen des Treibhausgases ausstoßen. China ist CO2-Produzent Nummer Eins weltweit, hat nach dem Kyoto-Protokoll aber noch keine Reduktionsverpflichtungen.
Die Staaten der Welt müssen sich auf mittel- und langfristige Reduktionsziele einigen. Der G-8-Gipfel dürfte als verbindliches Ziel eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad fordern. Im Abschlusspapier von Ilulissat steht das bereits. Die Frage ist, wer die Zeche zahlen muss, denn das Zwei-Grad-Ziel ist - wenn überhaupt - nur mit bereits kurzfristig einsetzenden CO2-Minderungen zu schaffen. "Wenn wir sagen, dass wir das Zwei-Grad-Ziel erreichen wollen, dann folgt daraus, dass auch Schwellenländer langfristig dazu in irgendeiner Form beitragen müssen. Sonst geht die Rechnung nicht auf", sagt Connie Hedegaard.
"Es gibt keinen Zweifel daran, dass wir alle irgendwann unsere Emissionen senken müssen", kontert der indische Sonderbeauftragte für den Klimaschutz, Shyam Saran - und stellt sofort klar, dass das bei seinem Land erst später möglich sei als bei den klassischen Industriestaaten, schließlich habe der indische Entwicklungsprozess viel später angefangen. Je mehr Unterstützung sein Land erhalte, desto eher könnten die Emissionen sinken.
Apropos Unterstützung: Bei den Gesprächen wird es nicht zuletzt darum gehen, wie sehr die Industrieländer bereit sind, ärmere Staaten finanziell zu unterstützen. "No money, no deal", heißt es warnend im Abschlusspapier der Gespräche von Ilulissat: Wenn nicht ausreichend Geld fließt, dann wird es in Kopenhagen auch keine Einigung geben. "Die Finanzquellen sind immer noch nicht klar", klagt etwa Brasiliens Umweltminister Carlos Minc. "Der Gipfel in Kopenhagen muss sofort verfügbare Anpassungshilfen für ärmere Staaten bringen."
Shyam Saran wird sogar noch deutlicher: "Was sollten wir für ein Abkommen unterschreiben, in dem es keine Finanzierung gibt?" Sein Land könne keine langfristigen Strategien zur CO2-Senkung entwickeln, wenn finanzielle Hilfe dafür nur aus Marktquellen komme. "Märkte gehen nach oben, Märkte gehen nach unten - wir brauchen aber zumindest etwas an vorhersehbarer Finanzierung, um langfristige Pläne machen zu können."
Hundert Milliarden Euro ab dem Jahr 2020
Klimadiplomaten aus Industriestaaten, wie der deutsche Umweltstaatssekretär Matthias Machnig (SPD), haben für diese Haltung grundsätzlich Verständnis, warnen aber vor zu hohen Forderungen. Doch die Entwicklungsländer sagen klar, dass Geld sowohl für die CO2-Vermeidung fließen muss, wie für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
Einige der Einnahmen könnten aus dem Verkauf von Verschmutzungsrechten kommen, doch ein großer Teil der Mittel dürften Steuergelder aus Industrienationen sein: "Das Geld für Anpassungsmaßnahmen wird vor allem aus öffentlichen Mitteln kommen müssen", sagt Hedegaard. Nicht alle Bürger in den wohlhabenden Staaten werden diese Botschaft in Zeiten der Wirtschaftskrise gern hören. Im Raum steht die Zahl von 100 Milliarden Euro ab dem Jahr 2020, die laut einem EU-Gutachten nötig sein werden - pro Jahr, wohlgemerkt.
"Niemand, mit dem ich gesprochen habe, glaubt, dass diese Summe schon in Kopenhagen verfügbar sein wird", schränkt der US-Klimaunterhändler Jonathan Pershing ein. "Die Frage ist, wie wir in 12 bis 15 Jahren zu dieser Größenordnung kommen."
Bei der Finanzierung gilt es viele Fragen zu klären, zum Beispiel:
Dazu kommen zahlreiche weitere offene Punkte in anderen Bereichen der Klimaverhandlungen, zum Beispiel zur Einbeziehung von Wald in die Rechnungen zum Klimaschutz. Darüber wurde in Grönland ebenso wenig gesprochen wie über den Transfer von Klimaschutztechnologie in Entwicklungsländer.
Trotz all dieser Schwierigkeiten bemüht sich Ministerin Hedegaard um gute Stimmung: "Der Druck von außen, von der Zivilgesellschaft, von der Geschäftswelt, vom Wahlvolk ist viel stärker als noch vor ein paar Jahren." Das sei etwas, auf das Politiker normalerweise reagierten. "Es gibt keinen Plan B. Wir müssen im Dezember in Kopenhagen ein Abkommen erreichen", gibt sich Hedegaard kämpferisch.
In den kommenden Tagen müssen die Staaten dafür hart arbeiten, im Anschluss an die Gespräche dieser Woche gibt es bis Kopenhagen nur noch einen ähnlich wichtigen Gesprächstermin, bei Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon im September. "Wir sind alle zu einem Ergebnis verdammt", sagt der deutsche Umweltstaatssekretär Matthias Machnig. Wenn es in Kopenhagen keine Einigung gebe, drohe eine tiefgehende Krise des multilateralen Systems "bei sehr vielen anstehenden Fragen".
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Ich frage mich seit Jahren, warum es in den betreffenden Ländern keine Gesetze gibt, wonach auf abgebrannten Waldflächen grundsätzlich nur wieder Wald angepflanzt werden darf, also nix Bauland, Äcker, Golfplätze usw. Das würde [...] mehr...
Ich gebe es auf Ihnen etwas erklären zu wollen. Bitte schicken Sie Ihre Erkenntnisse an folgende Adresse: Anschrift des Autors: Prof. Dr. D. Hebert, TU Bergakademie Freiberg, 09596 Freiberg; e-mail: hebert@tu-freiberg.de [...] mehr...
Die wissen es auch besser. Sie verwechseln diese mit Klimatologen. mehr...
falsch!! Diese Formel gilt nur unter *Standardbedingungen*, also bei 25°C, nur deshalb ist die Temperatur nicht drin. ---Zitat--- Wie gesagt, Sie beherrschen die physikalischen Grundlagen nicht... ---Zitatende--- bei Wiki [...] mehr...
das ist ziemlicher unsinn, wie ein einziger blick auf folgende seite zeigt: http://www.astronomie.de/sonnensystem/venus/atmv.htm dort steht: aber sie wissen es sicher besser, als alle astronomieprofessoren der welt [...] mehr...
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