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21.07.2009
 

Stammzellen

Forscher reparieren kranke Mäuseherzen

Neues Gewebe für kranke Herzen: Wissenschaftler haben mit Hilfe von Stammzellen Mäuseherzen wieder repariert, die von einem Herzinfarkt geschädigt waren. Bis zu einer Therapie am Menschen müssen aber noch Risiken ausgeschlossen werden.

Chicago - US-Forscher haben nach einem Herzinfarkt beschädigte Mäuseherzen mit Hilfe von Stammzellen teilweise repariert. Die Wissenschaftler um Andre Terzic von der Mayo Clinic in Rochester (US-Bundesstaat Minnesota) verwandelten dazu Körperzellen der Maus in Alleskönner-Stammzellen. Wie die Forscher im Fachmagazin " Circulation" berichten, bauten die Zellen zerstörtes Herzgewebe wieder auf.

iPS-Zellen: Heilten erkranktes Herzgewebe von Mäusen
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MPI Münster / Jeong Beom Kim

iPS-Zellen: Heilten erkranktes Herzgewebe von Mäusen

Für das Experiment verwendeten die Wissenschaftler Vorläuferzellen von Haut- und Bindegewebszellen, die sie den Mäusen entnahmen. Durch Einschleusen von vier Genen verwandelten sie die Zellen in induzierte pluripotente Stammzellen (iPS).

Terzic und seine Kollegen injizierten die iPS-Zellen in den Herzmuskel erwachsener Mäuse, die zuvor einen Herzinfarkt erlitten hatten. Daraufhin bildeten die Zellen neues Herzmuskelgewebe. Binnen vier Wochen stoppten sie die Ausbreitung der Schäden, stellten die Leistung der Herzmuskulatur wieder her und heilten das Gewebe am Ort der Schädigung.

Pluripotente Stammzellen können sich in jede Art von Zellen im Körper verwandeln. Die Medizin setzt große Hoffnungen in sie, weil sie eine regenerative Medizin theoretisch möglich machen, mit der man einmal beschädigte Organe reparieren könnte. Parkinson, Diabetes oder Herzerkrankungen könnten mit einer Stammzelltherapie einmal behandelt werden. Anfangs konnten nur embryonale Stammzellen für solche Versuche eingesetzt werden, was ethisch hoch umstritten ist, weil dafür eigens Embryonen erzeugt werden müssten. Seit 2007 ist es aber auch möglich, die Stammzellen von Erwachsenen umzuprogrammieren, was der Forschung einen deutlichen Schub gab.

Die Forscher hoffen, die Zellen auch bald bei Herzpatienten einsetzen zu können. Allerdings gibt es auch Risiken: Zum einen ist noch nicht klar, ob iPS-Zellen wirklich die gleichen Eigenschaften wie embryonale Stammzellen besitzen. Weiterhin können Stammzellen Tumore auslösen. Wissenschaftler forschen daher daran, die Stammzellen zuvor zu Herzzellen zu züchten, um dann Patienten eine Art Herzpflaster aus frisch gezüchtetem Gewebe einzusetzen.

Chronik der Stammzellforschung

1998 - Embryonale Stammzellen

Die internationale Stammzellforschung hat sich seit 1998 extrem rasch entwickelt. Der US-Forscher James Thomson gewann damals weltweit erstmals embryonale Stammzellen aus übriggebliebenen Embryonen von Fruchtbarkeitskliniken. Sie galten sofort als Hoffnungsträger, um Ersatzgewebe für Patienten mit Diabetes, Parkinson oder anderen Erkrankungen zu schaffen. Die Technik ist aber ethisch umstritten, da dafür Embryonen zerstört werden müssen. In Deutschland ist sie verboten. Seitdem suchen Forscher nach ethisch unbedenklichen Wegen.

2006 - Induzierte pluripotente Stammzellen (iPS)

2007 - Menschliche iPS-Zellen

Februar 2009 - Nur noch ein Reprogrammier-Gen

März 2009 - Reprogrammier-Gene entfernt

März 2009 - Reprogrammier-Gene nicht im Erbgut

April 2009 - Reprogrammierung von Mauszellen mit Proteinen

Mai 2009 - Reprogrammierung menschlicher Zellen mit Proteinen

Oktober 2010 - Reprogrammierung menschlicher Zellen mit RNA-Schnipseln

Januar 2010 - Direkte Umwandlung von Körperzellen

Januar 2011 - Direkte Umwandlung ohne Umweg über Stammzellen

Februar 2011 - Forscher entdecken gefährliche Mutationen

lub/AFP

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