München - Gut drei Monate nach dem ersten Ausbruch der Schweinegrippe beginnt die Testphase für einen Impfstoff gegen das neue Virus H1N1. In getrennten Untersuchungen an Erwachsenen und Kindern sollen die Wirksamkeit und die Verträglichkeit des noch nicht zugelassenen Vakzins erforscht werden. Das teilte das Klinikum der Universität München mit, dessen Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin die deutschlandweite Studie an Erwachsenen koordiniert. Für die Untersuchung an Kindern ist die Uniklinik Mainz federführend. Die Bundesregierung plant im Herbst 25 Millionen Menschen zu impfen.
In der in mehreren europäischen Ländern durchgeführten Untersuchung wird erstmals am Menschen ein neuer Impfstoff der Firma Novartis getestet. Dieser ist laut Uniklinik München ähnlich zusammengesetzt wie herkömmliche, bereits auf dem Markt erhältliche Grippeimpfstoffe auf der Basis von Zellkulturen. Er enthält inaktive Bestandteile des H1N1-Virus mit oder ohne Immunverstärker. Die Krankheit auslösen kann der Impfstoff den Angaben zufolge nicht.
Erste auswertbare Ergebnisse erwartet Frank von Sonnenburg, Koordinator der Studie in Deutschland, nach 43 Tagen. Mitte September könnten damit schon wesentliche Voraussetzungen für das Zulassungsverfahren gegeben sein. "Vielleicht kann man dann schon Mitte Oktober damit impfen", sagte von Sonnenburg.
Noch früher könnten nach seiner Auffassung weitere, nach einem anderen Verfahren entwickelte Impfstoffe für die Schweinegrippe auf den Markt kommen. Bei diesen eigentlich für die Vogelgrippe vorbereiteten und auf Eiern gezüchteten Impfstoffen werde nach dem sogenannten Mock-Up-Verfahren lediglich der Erreger ausgetauscht. Dann könnten sie ohne vorheriges aufwendiges Zulassungsverfahren auf den Markt kommen. Weil weltweit sehr viel Impfstoff benötigt werde, würden laut Sonnenberg beide Verfahrensweisen - also sowohl die auf Basis von Zellkulturen als auch das sogenannte Mock-Up - mit Hochdruck betrieben.
Nebenwirkungen wie bei herkömmlichen Grippeimpfstoffen
In der Studie, die laut Sonnenburg hauptsächlich in Deutschland durchgeführt wird, soll neben der Verträglichkeit auch geprüft werden, in welchem Ausmaß der Impfstoff die körpereigenen Abwehrkräfte stimuliert und somit gegen eine Ansteckung schützt.
Nebenwirkungen seien zu erwarten: Wie bei herkömmlichen Grippeimpfstoffen könnte es gelegentlich innerhalb von ein bis drei Tagen an der Impfstelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung und seltener zu Verhärtungen und Schwellung der zugehörigen Lymphknoten kommen. Der neue Impfstoff soll - sofern er sich in der Studie bewährt - in der aktuellen Pandemie Anwendung finden.
Mediziner hatten im SPIEGEL die geplanten Massenimpfungen kritisiert und die Sicherheitstests der Musterimpfstoffe als unzureichend bezeichnet. "Was wir hier erleben, ist ein Großversuch an der deutschen Bevölkerung", sagte der Herausgeber des "Arznei-Telegramms", Wolfgang Becker-Brüser. Matthias Gruhl, Abteilungsleiter Gesundheit in Bremen, kritisierte weiterhin, dass eine Massenimpfung bei der geringen Fallzahl und den milden Krankheitsverläufen nicht gerechtfertigt sei. Laut Informationen des Robert-Koch-Institutes sind 6800 Menschen in Deutschland mit Schweinegrippe infiziert, 1422 davon hätten sich im Inland angesteckt. Die meisten Fälle seien Reiserückkehrer, die sich im Ausland angesteckt hätten, vorwiegend in Spanien.
Von Sonnenburg wies die Kritik zurück, dass ein Impfstoff gegen die Schweinegrippe womöglich mehr schade als nutze. "Die meisten Fälle laufen sehr milde ab. Aber die Hälfte der Todesfälle betrifft junge Menschen ohne Vorerkrankungen", sagte er. Die eigentlichen Testimpfungen sollen laut Uniklinik München beginnen, sobald die noch ausstehende Zustimmung der Ethikkommission für die von der Uniklinik Mainz koordinierte Studie an Kindern vorliegt. Für die Münchner Studie wurde die Zustimmung am Freitag erteilt.
lub/AP
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Gute Geschäfte dank Schweinegrippe Eigentlich sah es für die Pharmakonzerne nicht gut aus: Steigende Konkurrenz durch Generika-Verschreibungen drückten auf Umsätze und Gewinne. Doch die Schweinegrippe sorgt für [...] mehr...
...und zwar gleich neben den Verkehrstoten. Die sind nur eine Erfindung der Verkehrsschilderlobby im Verband mit den Ampelherstellern. mehr...
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a) Schon unsere Vorfahren hatte ähnliche Zahlen. Und Epidemien gabs schon immer zu verzeichnen. b) Die Grippesaison in Euro ist der kalendarische Winter und nicht der November oder Sommer (Mallorca 2009). Nur grippale [...] mehr...
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