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20.11.2009
 

Gedächtnis

Geräusche helfen beim Lernen im Schlaf

Schlaflabor der Universitätsklinik Freiburg: Hirnströme verraten, was nachts im Hirn passiertZur Großansicht
DPA

Schlaflabor der Universitätsklinik Freiburg: Hirnströme verraten, was nachts im Hirn passiert

Wer Details leicht vergisst, sollte es vielleicht mit einem Nickerchen probieren. Wichtig dabei: eine seichte Geräuschkulisse. Akustische Signale während des Schlafs helfen dem Gehirn, Gelerntes abzuspeichern, zeigte ein Lerntest mit Probanden - vor allem während des Tiefschlafs.

Washington - Über Nacht das Schulbuch unter das Kissen legen, am nächsten Morgen aufwachen, und schon ist der Lernstoff intus - schön wär's. Vielleicht sollten Schüler und Studenten aber zu einem anderen Trick greifen und sich stattdessen mit einem Musik-Player und Stöpseln im Ohr ins Bett legen. Denn mit akustischen Signalen während des Schlafs kann man das Abspeichern von Gelerntem offenbar gezielt verstärken.

Wie John Rudoy und seine Kollegen von der Northwestern University in Evanston (US-Staat Illinois) jetzt " im Fachmagazin Science" berichten, spielt der Tiefschlaf für das Speichern von Erinnerungen beim Schlafen eine wesentlich wichtigere Rolle als der Traumschlaf - im Gegensatz zur bisherigen Lehrmeinung.

Die Forscher zeigten zwölf Probanden auf einem Monitor 50 unterschiedliche Bilder. Dabei leuchtete jedes der Bildchen stets an der gleichen Stelle des Bildschirms auf und war mit einem passenden Laut unterlegt. Sah der Proband etwa eine Katze, ertönte ein "Miau", sah er auf dem Monitor Dynamit, hörte er den Knall einer Explosion. Die Teilnehmer sollten sich merken, an welcher Position auf dem Schirm die einzelnen Bilder jeweils erschienen.

Nickerchen hilft

Danach durfte jeder Proband in einem dunklen Raum ein Nickerchen halten. Sobald der Teilnehmer eingeschlafen war und die Tiefschlafphase erreicht hatte, spielten die Forscher ihm leise die Geräusche von 25 Abbildungen vor, ohne dass er dabei aufwachte oder die Töne bewusst wahrnahm. Nachdem die Probanden wieder aufgewacht waren, mussten sie zeigen, was sie sich eingeprägt hatten.

Im Erinnerungstest zeigte sich der Effekt der Tiefschlafbeschallung: Nach dem Nickerchen konnten die Personen jene Bilder besser räumlich zuordnen, deren Geräusche sie im Schlaf gehört hatten, schreiben Rudoy und seine Kollegen. Außerdem schnitten sie auch besser ab als eine Kontrollgruppe, die nicht schlafen durfte. Stattdessen wurden die Kontroll-Probanden mit einem Reaktionstest abgelenkt, hörten im Hintergrund aber auch die Geräusche. Der verbesserte Lerneffekt blieb bei diesen Teilnehmern aus.

"Die Studie weckt den starken Verdacht, dass wir im Tiefschlaf nicht einfach den Geist abschalten", sagt der Neurowissenschaftler Rudoy. Dass Schlaf dabei helfen kann, Gedächtnisinhalte zu festigen, ist lange bekannt. Doch bisher hatten Forscher die Traumphasen dafür verantwortlich gemacht. Mit Hilfe der akustischen Reize gelang es nun, das Gedächtnis der Probanden in eine bestimmte Richtung zu lenken, und so bestimmte Erinnerungen zu stärken.

cib/AP

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